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Ein Portrait im Freien mit direktem Blitzlicht

Bei Tageslicht draußen im Freien einen Blitz einsetzen? Warum sollte man so etwas tun, wenn das Umgebungslicht eh hell genug ist. Anhand dieses Portraits erkläre ich einen der Gründe hierfür.

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Dies war eines meiner ersten Bilder, bei denen ich seinerzeit überhaupt einen Blitz eingesetzt hatte. Es entstammt einer Fotoserie, bei der alle Bilder gleich aufgebaut sind: Eine Person steht im Freien vor einem charakteristischen Hintergrund. Die Person soll visuell vom Hintergrund getrennt werden – allerdings nicht durch einen Scharf-Unscharf-Effekt, sondern durch unterschiedliche Beleuchtung.
Ich wählte zunächst nur Tage für die Aufnahmen aus, an denen es bewölkt war. Ich benötigte diffuses Licht als Umgebungslicht. Die jeweilige Person aber bekam eine gute „Prise“ hartes Blitzlicht von der Seite ab. Das ist auch schon das gesamte Rezept für dieses Foto:

Verwendung einen Blitzgerätes im Freien

Zunächst musste ich die Blende ermitteln, mittels welcher ich meine gewünschte Schärfentiefe erreichen würde. Die Schärfentiefe bei diesem Bild ist sehr hoch, also musste ich stark abblenden. Den genauen Fokuspunkt und die genaue Blende ermittelt man hierbei durch den sogenannten „Zonenfokus“, um eine maximale Schärfentiefe erreichen zu können (man darf hierbei nicht einfach auf die Person selbst scharf stellen). Lesen Sie bei Interesse auch meinen Artikel „Zonenfokus“ auf meinem Nachbarblog.

Nun hatte ich mit einem Belichtungsmesser das Umgebungslicht gemessen und zu der vorher festgelegten Blende die dazugehörige Belichtungszeit ermittelt. Ich wollte den Hintergrund aber dunkler als die angeblitzte Person: also stellte ich an der Kamera eine um einen Wert schnellere Verschlusszeit ein als eigentlich gemessen (der Hintergrund ist also um eine Blende „unterbelichtet“).

*Selbst solche simplen Funkauslöser für den Preis eines Kinobesuches das Set (bei Amazon) sind bereits ausreichend, den Blitz zu entfesseln, sofern man nicht gerade durch dicke Wände oder über sehr weite Entfernungen auslösen muss. Auf eine TTL-Funktion muss man verzichten - aber diese wird beim manuellen Blitzen ja ohnehin deaktiviert. Ich nutze solche simplen Auslöser ohne Probleme.

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Nun widmen wir uns der Person: Das Blitzgerät steht entfesselt links neben der Person. um Entfesseln nutzte ich einfach ein recht simples Funkauslöser-Set: Der Sender wird auf die Kamera gesteckt. Der Empfänger kommt unter den Blitz und dies noch auf ein normales Fotostativ. Ich habe die Blitzleistung so eingestellt, dass die Person zu 100 % – also korrekt – ausgeleuchtet wird. Da die Person aber bereits durch das Umgebungslicht zu 50% ausgeleuchtet ist (ich belichte dieses Umgebungslicht ja leicht unter) beträgt die Gesamtlichtmenge aus Blitz- und Umgebungslicht bei der Person um 150% was nichts anderes bedeutet, dass der Helligkeitsunterschied zwischen Person und Hintergrund 1 Blende beträgt. Dieser Kontrastunterschied ist deutlich zu sehen und technisches Mittel bei diesem Bild. Durch die Verschlusszeit kann man die Helligkeit des Hintergrundes in einem gewissen Maße steuern, wie man möchte.
Natürlich hat das Licht für die Person, welches durch das seitlich einfallende Blitzlicht dominiert wird, eine ganz andere Charakteristik als das diffuse Umgebungslicht. Dies ist ja auch gewollt, denn auch dadurch hebt sich die Person sehr schön vom Hintergrund ab. Eine leichte Überbelichtung von lediglich einer halben Blende (50%) ist mit jeder Digitalkamera und erst recht analogen Kamera (bzw. durch Film) kein Problem.

Für die, die’s interessiert: Ich habe mit einer „analogen“ Kleinbildkamera fotografiert. Der Film war ein „Kodak T-Max 400“ in „Calbe A49“ entwickelt.

Noch etwas zum direkten, harten Blitzlicht: Normalerweise unternimmt man ja einen gewissen Aufwand, um unter keinen Umständen das harte Licht eines Aufsteckblitzes auf Personen zu schleudern. Man setzt beispielsweise einen Diffusor-Schirm davor oder blitzt indirekt. Die Angst vor dem direkten Licht eines Blitzgerätes muss man aber nicht unbedingt haben, wenn man es entfesselt von der Seite einsetzt (oder wenn man es nur als reduziertes Aufhelllicht auf der Kamera nutzt).

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Bereits ein verändern der Lichtposition um einen Meter von der Kamera weg bewirkt schon eine klare Minderung des „Flachblitzens“. Je nach Dosierung des zusätzlichen Umgebungs- bzw. Aufhelllichtes entstehen natürlich dennoch harte Schatten. Für manche Motive ist dies aber gerade richtig. In diesem Artikel demonstriere ich, wie man selbst mit einem „nackten“ Blitz im Freien bei klug dosierter Leistung ein schönes Führungslicht erlangt, ohne, dass es zu den unschönen Merkmalen kommt, die man so von Aufsteckblitzen gewohnt ist.

Artikeldatum: 14.10.2013 / letzte Änderung: 30.04.2016

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3 Anmerkungen bisher

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.