ein Blog rund um Blitzgeräte und Kunstlicht mit vielen Tipps und Anleitungen

Portait einer jungen Frau mit einem Blitz

Hier mal etwas Kurzes: Für eine junge Dame sollte ein Portrait angefertigt werden. Es sollte schon etwas besseres sein, als nur ein „Knipsbild“, also musste eine Kunstlichtquelle her: ein Blitz hinter einem Schirm.

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Mein Interesse gilt primär Interieur- und Sachaufnahmen. Auch Reproduktionen finde ich sehr spannend, sowie die Landschaftsfotografie. Ja, selbst bei letzter kann ein Blitzgerät durchaus sinnvoll sein (sehen Sie selbst). Hin und wieder komme ich jedoch nicht umhin, Menschen vor der Kamera zu haben. In diesem Beitrag möchte ich kurz ein entsprechendes Portrait vorstellen:

Portait mit einem Blitz

Das Foto ist recht simpel aufgebaut: Eine junge Dame in Abendrobe eilt forschen Schrittes eine Treppe hinauf. Ein Hintergrund ist, bis auf eine neutrale, graue Wand, nicht vorhanden. Das Geländer durchzieht das Foto wie ein Pfeil und zwar in der selben Richtung, wie wir in diesem Kulturkreis auch gewohnt sind, Texte zu lesen: von links nach rechts. Wir sehen nicht, wohin der Weg geht: Es ist eine typische „Fotografie“: eine tatsächliche Momentaufnahme (wenn auch gestellt), ohne zu wissen, was davor und was danach passieren wird. Offenbar hat es die Dame eilig, doch wir werden das Ziel nur erahnen können. Um eine Dorfdisco wird es sich sicherlich nicht handeln, doch vielleicht um ein Theater, wo im Foyer der Liebste wartet und ungeduldig auf die Uhr schaut.

Kameraeinstellungen

Zunächst ist festzuhalten, dass der Charakter des Umgebungslichtes ein sehr diffuser ist (also der des Lichtes, nicht dessen Charakter selbst). Damit steht schon einmal Folgendes fest: Alles wird gleichmäßig ausgeleuchtet. Es gibt zunächst keine (harten) Schatten. Es gibt nichts, was das Auge vielleicht unangenehm in ein gewisses visuelle Chaos leitet: Das Licht ist weich. Ich hatte nun einfach an der Kamera meine gewünschte Blende von (ich glaube) 8 eingestellt, denn hier hat mein Objektiv zum einen die beste Abbildungseigenschaften. Zum anderen ist der Schärfentiefe-Bereich bei dieser Blende ausreichend hoch, um auch die letzten Treppenstufen genügend scharf abzubilden. Als ISO-Wert wählte ich 100, denn hierbei kommt es zu dem geringsten Bildrauschen (meine Nikon D200 ist schon etwas älter und da bedarf es noch geringe ISO-Werte für eine genügende Abbildungsqualität).

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Die Belichtungszeit stellte ich so ein, dass alles korrekt belichtet wird. Das heißt wiederum: Ein Blitzgerät war hierbei eigentlich nicht nötig, um alles auf dem Foto sehen zu können. Doch natürlich ist bei einem solchen Portrait der Blitz eher dazu da, einen Akzent zu setzen, denn etwas sichtbar zu machen.

Die Rolle des Blitzgerätes

Ich brauchte etwas Pfiff mit Spot auf der jungen Frau. Sie soll sich auf dem Foto leicht vom Hintergrund ablösen, ohne dass das Bild hierbei künstlich aussieht (Stichwort „Fototapete“). Ich positionierte mein Yongnuo YN560 III auf einem Stativ und stellte diese Konstruktion linkerhand gerade so außerhalb des Bildes hin. Ich schätze den Yongnuo sehr, denn dieser besitzt einen eingebauten Funkempfänger und lässt sich dementsprechend ganz einfach entfesseln.

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Jedoch wollte ich keinesfalls einen tiefschwarzen Schlagschatten! Das Licht des Blitzes sollte ähnlich weich sein wie das Umgebungslicht. Also installierte ich zusätzlich einen Blitzschirm vor dem Aufsteckblitz. Schauen Sie sich den Schatten der porträtierten Frau an der grauen Wand an: Dieser ist sehr weich. Dies deutet immer auf eine Softbox oder eben auf eine Blitzschirm hin.
Den entfesselten Blitz löste ich ganz einfach über einen simplen Funkempfänger aus. Es ist jedoch auch möglich, hierzu einfach ein Blitzkabel zu verwenden.

Die Blitzleistung

Fast ist schon alles zu dem Bild erklärt. Es fehlt nur noch die Angabe der Leistung meiner einzigen Kunstlichtquelle. Bei solchen Aufnahmen messe ich das Licht des Blitzgerätes immer mit meinem Blitzbelichtungsmesser. Sie können es alternativ auch mit dem Histogramm der Digitalkamera beurteilen. Mit dem Belichtungsmesser geht es jedoch schneller, was beim Zusammenspiel mit Menschen vor der Kamera klar ein Vorteil ist. Kurzum: Ich stellte die Leistung des Yongnuo manuell so ein, dass die Person zu 100% korrekt belichtet war (selbst wenn es gar kein Umgebungslicht gegeben hätte). Dies hat zur Folge, dass sich nun für das Modell Umgebungslicht + Blitzlicht summiert und daraus eigentlich eine Überbelichtung von genau einer Blende ergeben hat. Jedoch ist eine solche Überbelichtung noch mit jeder modernen Kamera hinnehmbar. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nur der leichte Kontrastunterschied, der sich dadurch nun in Bezug zum nicht vom Blitz angestrahlten Bereich ergeben hat: Die Treppe und die Wand rechterhand im Bild ist etwas schwächer ausgeleuchtet. Ganz genau das, was ich wollte! Ich wollte die junge Frau dezent von der Umgebung lösen. Es sollte ein ganz leichter Spot auf sie gerichtet sein, ohne dass es zu künstlich aussieht. Dies erreichte ich durch den Blitzschirm (weiches Licht) sowie durch die nur um eine Blende stärkere Blitzleistung der Kunstlichtquelle.

Ich finde, es ist doch ein schönes Portrait geworden, trotz des recht minimalen Aufwandes.

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Artikeldatum: 10.09.2015 / letzte Änderung: 10.09.2015

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leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.





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