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Yongnuo YN685: Neuer TTL-Blitz mit eingebautem Funkempfänger

Ich nutze entfesselte Blitzgeräte meist ohne TTL-Automatik um absolute Kontrolle für „statische“ Sets zu haben. Für sich vor den aufgestellten Blitzen kontinuierlich bewegende Motive ergibt aber auch der TTL-Modus entfesselt einen Sinn. Hier springt Yongnuo jetzt ein und liefert nun einen TTL-Systemblitz, welcher bereits einen eingebauten Funkempfänger besitzt: Den YN685 für Nikon oder Canon.

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Bisher konnte man das Licht-Sortiment des (auf diesem Blog mehrfach besprochenen) chinesischen Herstellers Yongnuo in zwei Kategorien unterteilen: Blitzgeräte mit TTL-Funktion und dafür keinen eingebauten Funkempfänger (wie z. B. den YN565ex) sowie völlig manuell bedienbare Geräte dafür aber mit eingebautem Empfänger (z. B. den YN560 Mark III).

Jetzt gibt es endlich ein Systemblitz, welcher beides vereint: er ist per eingebauten Funkempfänger ansteuerbar und sowohl per eTTL / iTTL als auch völlig manuell steuerbar: Der Yongnuo YN685.

der Yongnuo YN685

Hier isser: der neue Yongnuo YN685. Es gibt ihn entweder für Canon (ETTL) oder für Nikon (i-TTL). Ich nutze ihn für meine Nikon bzw. habe diese Version. Haptisch macht auch er wieder einen sehr guten Eindruck: Der Kopf lässt sich fest und satt bewegen. Nichts knirscht. Das Gerät liegt „gut in der Hand“. Was kann er technisch, was manch anderer Blitz nicht kann?

Nikon und Canon

Yongnuo hat sich bisher nur auf die Großen Zwei spezialisiert: Canon und Nikon. Die manuellen Yongnuo-Produkte lassen sich freilich auch mit jeder anderen Kamera nutzen (deren Standard-Blitzschuh nicht lackiert ist). Doch bei der TTL-Automatik muss zwingend ein system-kompatibles Biltzgerät genutzt werden.

Nachdem es den YN-685 zunächst nur für Canon gab, ist nun auch die Nikon-Version verfügbar. In einer früheren Version dieses Artikels war stets nur von Canon die Rede. Ich habe den Beitrag nun jedoch etwas angepasst.

Man hat die Wahl: Entweder kauft man den canon-kompatible YN685-Blitz oder eben die Version für Nikon-Digitalkameras.

Neues Gerät: TTL UND eingebauter Funkempfänger

ein Funksender auf der KameraYN622tx-TTL-Sender auf der Kamera. Der Empfänger ist bereits im Blitzgerät eingebaut.

Nun bringt der Hersteller mit dem Speedlite YN685 ein Systemblitzgerät auf den Markt, welches beide Vorzüge in einem verwendet: zunächst ist der Yongnuo YN685 voll TTL-kompatibel mit Canon oder Nikon Digitalkameras. Als zweites jedoch kann man den Blitz per Funk entfesseln (inkl. TTL-Übertragung), ohne dass hierzu ein extra Empfänger angesteckt werden muss: dieser ist bereits eingebaut. Nur auf der Kamera selbst muss freilich noch ein kleiner Sender auf den Blitzschuh aufgeschoben werden. (Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich weiter unten im Artikel erwähne.)

Ich nutze ein solches System schon sehr lange zum Entfesseln meiner Blitzgeräte, entfällt hier doch das zusätzliche Anstecken bzw. Mitführen von speziellen Triggern an den Blitzen selbst. An entsprechende Batterien muss ja auch noch gedacht werden.

Weiterhin lässt es sich mit dem YN685 freilich auch vollständig manuell blitzen. Für Einsätze, bei denen eine TTL-Automatik relevant ist (insbesondere, wenn es schnell gehen muss um zum intelligenten Aufhellen) hatte ich bisher immer noch einen zweiten Blitz (eben den hier im Blog bereits behandelten YN565ex) in der Tasche. Es sieht nun so aus, dass der neue Yongnuo Speedlite YN685 beide Systeme in einem darstellen kann: Die manuelle YN560-Reihe (eingebauter Funkempfänger) und die bisherigen TTL-Blitze.

Yongnuo Blitz mit iTTL

Mit dem Knopf „Mode“ kann zwischen dem manuellen Betrieb und zwischen TTL umgeschaltet werden. Außerdem steht beim YN685 noch ein Stroboskop-Modus bereit. Den optischen, simplen Slave-Modus, den man aus den älteren Blitzen des Herstellers kennt, gibt es hier leider nicht mehr.

Kompatibilität zu den Funksendern

Das Blitzgerät besitzt einen TTL-Funkempfänger, das ist nun klar. Folgende Yongnuo-Sender lassen sich für folgende Funktionen drahtlos verwenden:

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Das etwas ältere Yongnuo Funksystem RF-602 wird nicht unterstützt! Das ist für mich etwas blöd, da ich bisher genau darauf setze (gefällt mir wegen dem kleinen Sender besser als das aktuelle RF603-Funk-System). Nun muss ich wohl umsatteln. Alle Spezifikationen finden Sie auch in einer Tabelle auf der Seite des Herstellers.

Die Leitzahl

Weiterhin ist mir die Blitzleistung (die Leitzahl) keinesfalls unwichtig. Die Leitzahl des Yongnuo YN-685er ist die ungefähr gleiche wie die manuellen 560er und mein 656ex (nämlich ca. LZ 56 bei 100 ISO und einer Reflektor-Zoomstellung von 105 mm). Bei der maximalen Zoom-Stellung von 200 mm beträgt sie auch ca. 56. Das nimmt sich nicht viel. Bei einer Reflektorstellung von 50 mm beträgt die Leitzahl knapp 40. Bei einer Zoom-Einstellung von 35 mm konnte ich mit meinem Blitzbelichtungsmesser keinen Unterschied zur 50mm-Position messen.

Um dies alles grob einordnen- bzw. übersetzen zu wollen: Es gibt sicherlich keine stärkeren Aufsteckblitze dieser Gattung auf dem Markt. Dies ist das Oberfeld. Möchte man mehr, muss man zu einem Stabblitz greifen. Stärker ist in meinem „Fuhrpark“ nur noch mein alter Metz-Stabblitz (und zwar um ca. eine Blende) und natürlich der alte Agfatronic.

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Äußerst schnelle Nachladezeit

Eines hatte mich beim YN685 sehr überrascht: Blitzt man bei voller Leistung ab, so beträgt die Nachladezeit lediglich ca. 1/4 Sekunde! Der Blitz ist praktisch sofort wieder bereit! So etwas habe ich bisher bei noch keinem Blitzgerät der Leitzahl 56 / 60 Klasse gesehen. Bei minimierter Leistung (1/2) ist diese Aufladezeit gleich Null.
Dies gilt jedoch nur bei vollen Eneloop-Akkus – zumindest habe ich dies mit diesen Akkus getestet. Sicher funktioniert es auch mit qualitativ gleichen Akkus. Bei Batterien wird es jedoch sicher nie so schnell gehen.

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass der Yongnuo YN-685 über einen Überhitzungsschutz verfügt. Übertreiben sollte man es mit der schnellen Blitznachladezeit nämlich nicht. Für solch hohe Frequenzen bei hoher Leistung muss man dann eben doch einen Studioblitz / Porty nehmen.

Zoom

Der Zoomkopf wurde beim 685er noch einmal erweitert: Nun ist bei 105 mm noch nicht Schluss – er reicht bis 200 mm. Man kann den Lichtkegel also noch ein gutes Stück enger machen bzw. somit optisch die Lichtstärke erhöhen. Weiterhin befindet sich im „Admin-Menü“ des Blitzgerätes ein Punkt, bei welchem man einstellen sollte, ob man eine „Crop-Kamera“ besitzt oder ob eine Vollformatkamera unter dem Blitz sitzt. Dies dient zum korrekten Auto-Einstellung des Zoomkopfes, wenn man am Zoom des Objektivs der Kamera dreht. In dieses Admin-Menü kommt man, indem man einfach die ganz linke der vier größten Tasten („Zm/C.Fn“) etwas länger gedrückt hält. Hier kann man dann auch Dinge wie z. B. die Displayhelligkeit einstellen.

Blitzgerät mit Diffusor und Tasche

Bei mir wurde ein passender Diffusor mitgeliefert. Normalerweise kommt der Blitz jedoch ohne (Diese Aufsteck-Diffusoren sind zumeist eh völliger Quatsch). Dafür ist stets die Tasche (mit Gurthalterung) und ein Standfuß (mit Stativgewinde) im Lieferumfang dabei.

Hinweise

Zunächst etwas verwirrend war für mich die Bedienung. Bis ich endlich verstand, dass im Display die vier Kästchen unten die (je nach Modus) aktuelle Bezeichnung für die vier Tasten anzeigen!
Im Admin-Bereich (ganz linke der vier größeren Tasten länger gedrückt halten) kann man auch noch Einstellen, ob der Blitz automatisch in den „Sleep-Modus“ gehen soll. Neu für mich als „Yongnuo-Nutzer“ ist hier beim YN-685 die Verriegelung (statt Drehring). Außerdem besitzt das Blitzgerät unter einer Schutzkappe ein Gewinde. Prima, dachte ich: Da kann ich das Gerät ja direkt auf ein Stativ schrauben. Doch gefehlt: Das ist kein Stativgewinde. Hier kann man irgend etwas anderes anschrauben. Doch nur was? Auch der „Power-Schalter“ ist hier anders: Es handelt sich um einen Drehschalter, welcher ferner noch die Option „Lock“ hat. Hiermit kann das Tastenfeld gesperrt werden, damit man nicht aus Versehen im Eifer des Gefechts etwas verstellt. Dies kennen Sie sicherlich auch von Ihrer Digitalkamera.

Weiterhin muss ich sagen, dass das Gerät (bzw. das Plastik) beim ersten Auspacken etwas seltsam riecht – irgendwie nach Stall, jedenfalls nicht nach Rosen 🙂 Bin ja ein Dorfjunge. Nun muss dies eher irgend ein chemischer Geruch sein, den man wahrnimmt, wenn man mit der Nase zu dicht dran ist. Was hilft: Einfach einen Tag lang im Zimmer auf den Standfuß stellen bzw. auslüften.

Nach einigen Monaten im Betrieb kann ich nur eine einzige schlechte Sache über das Gerät sagen: Mir sind zwei Nippel an der Batterieklappe abgebrochen. Das klingt nicht tragisch, ist aber ärgerlich, denn so lässt sich diese Klappe nicht mehr korrekt schließen. Also Vorsicht walten lassen und hier nicht zu rabiat sein. Warum musste der Hersteller auch die solide und simple Klappe der Vorgängermodelle gegen so ein Ding zum „Ausfahren“ austauschen?

*Der neue Yongnuo YN-685 vereint endlich beides: TTL-Funktionalität und ein eingebautes Funksystem. Wie gewohnt ist er sowohl für Nikon (iTTL) als auch für Canon (eTTL) erhältlich. Die Leistung und der Funktionsumfang deckt sich mit den wesentlich teureren Flagschiffen der Originale. Natürlich besitzt er auch einen drehbaren Blitzzoom-Reflektor, einen manuellen Modus sowie eine gewohnt starke Leitung bzw. Leitzahl. Auf Amazon kann man das Blitzgerät zum gewohnt günstigen Preis erwerben.

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Bedienungsanleitung in Deutsch

Nach dem Kauf erwartet einen leider nur eine chinesische wie eine englische Bedienungsanleitung. Sie können sich jedoch hier eine deutsche Übersetzung der englischen Anleitung des YN685 als PDF herunter laden:

Download deutsche Anleitung Yongnuo YN-685

Die Übersetzung stammt vom Schweizer Fotohändler Fotichaestli, welcher u. a. einen großen Teil des Yonguo-Sortiments anbietet.

Hinweis: Die Anleitung stammt offensichtlich noch aus den Tagen, als es den YN685 lediglich für Canon Digitalkameras gab. Nun existiert ja auch die Nikon-Version. So decken sich gerade die Punkte, was das Admin-Menü anbelangt, nicht ganz mit meiner Nikon-Version.

Den Download des englischen Manual als PDF-Datei finden Sie an dieser Stelle des Internets.

Firmware Update

Es ist möglich, die integrierte „Firmware“ auf die neueste zu aktualisieren. Für ein solches Update benötigt man jedoch einen YN622-TX (das ist der Funksender). Denn ein USB-Kabel kann man an diesen Yongnuo-Blitz nicht anstöpseln, jedoch an den YN622TX! Und dieser wird an den Computer angeschlossen und überträgt nun sozusagen als „Brücke“ die neueste Firmware per Funk an den YN685.

Da ich meinen YN622TX nicht mehr habe (nutze TTL-Blitze nur noch direkt auf der Kamera / entfessele nur manuell) habe ich selbst das Upgrade nicht durchgeführt. Man benötigt hierzu von Yongnuo weiterhin noch die Software für den Computer, die aktuelle Firmware, sowie ein passendes USB-Kabel (mit „Micro-B-Stecker“ am anderen Ende).

Artikeldatum: 18.09.2015 / letzte Änderung: 18.01.2017

Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

41 Anmerkungen bisher

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.