ein Blog rund um Blitzgeräte und Kunstlicht mit vielen Tipps und Anleitungen

Mehrere Methoden das Blitzlicht weicher zu machen

In diesem Artikel möchte ich eine Zusammenfassung jener letzten Beiträgen anlegen, in denen es darum ging, das harte Licht des einfachen Aufsteck-Blitzes (zum Teil wesentlich) weicher zu machen.

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Ich habe auf dieser Seite bereits eine Handvoll Artikel gebloggt, in denen es im Prinzip immer um eine Sache ging: Das „harte“ Blitzlicht von simplen Aufsteckblitzen soll „weicher“ gemacht werden, um damit nicht den typischen Blitz-Look zu erhalten. Zunächst ein klein wenig Theorie (es ist nicht viel):

Grundlagen: weiches und hartes Licht

Erst muss klar zum Ausdruck gebracht werden, was die Voraussetzung für eine weiche Leuchtquelle ist. Es gibt / gab und es wird hierbei weiterhin primär nur einen einzigen Ansatz geben:

Die Fläche der Leuchtquelle muss für weiches Licht in Relation zum fotografischen Motiv möglichst groß sein.

Das heißt:

Foto mit sehr hartem Sonnenlicht

In ihrer „reinen“ Form bildet die Sonne ein sehr hartes Licht für die Erde.

Denken Sie an die Sonne – die primär zum Fotografieren genutzte natürliche Lichtquelle: Dieser Leuchtkörper ist enorm groß. Dennoch ist ihr Licht (für uns auf der Erde) von hartem Charakter. Denn sie befindet sich äußerst weit von uns weg und bildet somit eine punktuelle Lichtquelle wie ein Spotscheinwerfer. Würde man sich ihr einige millionen Kilometer nähern, so wäre ihr Licht weicher.
Im Allgemeinen nehmen wir aber das Sonnenlicht nicht als so hart wahr, wie es ist. Denn zum einen dient der (gegenüberliegende) Himmel und auch die Erde als Aufheller. Zum anderen – viel wichtiger – befinden sich zwischen der Sonne und uns Dunst, Abgase und Wolken, was bewirkt, dass das Licht gestreut-, in der Fläche vergrößert- und somit weicher wird.

Diese Prinzipien lassen sich 1:1 auch auf das künstliche Blitzlicht übertragen:

Stillleben mit weichem Licht

Sanftes Blitzlicht für ein Stillleben mit einem selbst gebauten Weichzeichner-Objektiv indirekt über eine Zimmerwand.

Nehmen wir ein Knetmännchen von ca. 15 cm Größe. Blitzt man es mit einer kleinen Leuchtquelle („nackter“ Blitz) in zwei Metern Entfernung an, so erhält man ein hartes Licht und starke Schlagschatten. Nähert man sich aber mit dem Blitzgerät dieser Figur auf z. B. 20 cm, so ist die Leuchtfläche relativ groß für das kleine Männlein: Wir erhalten weiches Licht. Vergrößert man die weiter entfernte Lichtquelle (z. B. durch einen Blitzschirm), so erhält man ebenfalls ein wesentlich weicheres Licht.

Zu Beginn des neuen Jahres folgt nun – der besseren Übersicht wegen – eine Zusammenfassung aller bisher besprochenen Techniken:

Weiches Blitzlicht durch einen Aufsteck-Diffusor

Aufsteck Diffusor für weiches Licht

Ein klassischer Aufsteck-Diffusor.

Als erstes soll es um den sogenannten Diffusor gehen. Bei diesem, umgangssprachlich auch als „Joghurtbecher“ bezeichnetem, Zubehör handelt es sich um nichts weiteres als um eine passgenaue Plastikhülle, die man auf den Kopf bzw. auf den Reflektor des Systemblitzes stülpt.
Vielerorts sieht man Fotografen, die sich offenbar gar nicht mehr von diesem „Weichmacher“ auf ihrem Blitz trennen möchten. Erzeugt ein solcher Diffusor gleich automatisch weiches Licht? Mitunter, aber nicht per se!

Denn mit einem Diffusor vergrößert man die Leuchtfläche des Blitzes ja nur sehr geringfügig bzw. eher gar nicht! Und so wird hierbei also zunächst überhaupt nichts „weicher“. Vielmehr verliert man beim Einsatz eines Diffusors lediglich kostbare Lichtleistung (nämlich bis zu zwei Blenden).

Ich erinnere mich: Als ich seinerzeit mit dem Blitzen begann, nutzte ich ständig einen Diffusor auf meinem Blitzgerät und dachte, ich könnte so das Licht irgendwie weicher bekommen. Heute frage ich mich, wie es zu diesem Irrtum kommen konnte. Offenbar darf sich hierbei die Zubehörindustrie bzw. deren Werbekonzeption die Hände nicht gänzlich in Unschuld waschen. Schauen Sie sich an, was es mittlerweile an skurrilsten „Weichmachern“ auf diesem Gebiet zu kaufen gibt. Ohne genügend Reflexionsfläche(n) werden diese allerdings keinen Sinn ergeben, im Gegenteil: nur die Lichtleistung des Blitzes verringern.

Inwiefern erzeugen Diffusoren vor dem Blitz dennoch weicheres Licht?

*Ein solcher Universaldiffusor streut das Blitzlicht für diffuses Licht in Innenräumen und um auch größere Softboxen oder Schirme gleichmäßig ausleuchten zu können. Günstig bei Amazon.

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Weil sie Licht streuen, welches dann auch auf Zimmerwände und die Zimmerdecke trifft und somit Schatten bei einem Model von mehren Seiten aufhellen. Das harte Blitzlicht direkt aus der Kamerarichtung hat ja zunächst die oft unangenehme Eigenschaft, prägnante winzige Kernschatten in mannigfacher Anzahl auf dem Motiv zu hinterlassen (z. B. unter dem Kinn einer Person und in der Kleidung). Diese Schatten werden nun durch das gestreute Licht aufgehellt. Die Bildwirkung wird eine etwas weichere sein.

Es ist klar, dass ein Diffusor somit nichts, aber auch gar nichts in großen Räumen oder gar im Freien bringt – bis auf den Lichtverlust natürlich und eventuell als (zu viel lichtschluckender) Ersatz für eine Weitwinkel-Streuscheibe bei Einsatz eines Weitwinkel-Objektives. Auch in Räumen mit eher dunklen Wänden (Holzvertäfelung) wird man mit einem solchen Aufsteck-Diffusor kaum einen Vorteil gegenüber dem „nackten“ Blitz erlangen. Ich persönlich nutze meine Diffusoren nur hinter Softboxen und Blitz-Schirmen. Befinde ich mich in einem Raum, kann ich gleich den Reflektor meines Blitzes gegen eine Wand richten bzw. bouncen.

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Blitzen durch eine Softbox oder durch einen Schirm

Blitzschirm

Ein Blitzschirm: die Leuchtfläche des kleinen Blitzes wird wesentlich vergrößert.

Dies ist der Klassiker schlechthin und diese Technik wird in allen Fotostudios primär als Lösung für weiches Licht eingesetzt. Durch einen Schirm oder eine Softbox, vergrößert sich die Leuchtfläche des Blitzes / der Studiolampe in dem Maße, wie groß eben jener Lichtformer gestaltet ist. Je größer diese „Lichtwanne“, desto weicher wird das Blitzlicht. Denken wir nochmal an die Sonne: Bei bedecktem Himmel wird ihr Licht wesentlich weicher. Und so eine Softbox bzw. so ein Schirm stellt in diesem Zusammenhang ja nichts weiter dar als eine schöne weiße Wolke vor der Sonne.

*Ein solch einfaches Set aus Blitzschirm, Stativ und Blitzhalterung bekommt man mittlerweile bereits für den Preis eines Restaurantbesuches zum Beispiel bei Amazon.

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Ich persönlich nutze lieber Blitzschirme, da diese wesentlich portabler und günstiger sind als Softboxen. Eine Softbox hat allerdings den Vorteil, weniger Blitzlicht im Raum zu streuen (zur besseren Kontrolle) und dadurch etwas lichtstärker zu sein. So ein Set Stativ / Blitzschirm / Blitzhalterung bekommt man per Amazon so um die 25-30 Euro. Das ist dann beileibe kein Profimaterial. Doch um gelegentlich ein paar Porträts abzulichten, sollte diese Methode die effizienteste sein, gerade wenn man hierbei mobil sein möchte. Meine Lichtanlage passt, nebst der Kamera, in einen größeren Trekking-Rucksack.

Eine IKEA-Lampe als Softbox-Ersatz

Papier Lampenschirm

Der Blitz wird in den Papier-Lampignon gestellt und somit in seiner Lichtcharakteristik wesentlich verändert.

Ganz ähnlich wie bei einem Schirm wird das Licht umgeformt, stellt man den (entfesselten) Blitz einfach in so einen 2-Euro-Lampenschirm von z. B. Ikea. Aus einem ca. 10 cm großen Blitzreflektor wird nun eine Lichtkugel mit einem Durchmesser von immerhin einem halben Meter. Diese Methode funktioniert allerdings nur in kleineren Räumen. Ich habe gute Erfahrung mit so einem zusammen klappbaren Softbox-Ersatz gemacht, wenn es darum ging, bewusst auf gerichtetes Licht verzichten zu wollen, um eben mit dem Blitzgerät das Licht einer gemütlichen Wohnzimmer-Beleuchtung zu simulieren.

 

Den Blitz indirekt einsetzen

indirekter Blitz

Das Blitzlicht wird indirekt eingesetzt bzw. über eine Wand umgelenkt.

Dies ist meine klar  bevorzugte Methode, um aus dem harten Blitzlicht ein schönes, weiches Licht zu erzeugen. Es geht so einfach wie effizient! Auch diese Technik (im Angelsächsischen auch als „Bouncen“ bezeichnet) funktioniert nur, wenn man eine (möglichst weiße) Wand in unmittelbarer Nähe zum Model hat. Es ist ganz simpel: Der drehbare Reflektor des Aufsteckblitzes wird so gedreht, dass er nicht etwa zum Motiv zeigt, sondern schräg zur besagten Wand oder auch zur Raumdecke. Hierfür muss der Blitz auch gar nicht unbedingt entfesselt werden.
Befindet man sich mit der Kamera zu weit von Motiv und Wand entfernt, so nutzt man einfach den Zoom des Blitzgerätes, um dessen Licht sozusagen „komprimiert“ über eine größere Entfernung hin zur Reflexionsfläche zu schicken. Dort tritt das Licht dann bereits in einer erhöhten „Breite“ auf und wird voluminös zum eigentlichen Motiv reflektiert.
Bevor ich Schirme und Softboxen aufbaue, überlege ich zunächst immer, ob ich die weiche Beleuchtung nicht auch über den indirekten Blitz meistern kann. Es ist so simpel wie effektiv!

*"Das Blitz-Kochbuch" ist ein moderner und reich bebilderter Leitfaden für den Fotografen, welcher sich kreativ mit Blitzlicht auseinander setzen möchte - und dies mit einfachen und kompakten Aufsteckblitzen. Auf Amazon kann man einen Blick ins Buch werfen.

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Vergleich direkter und indirekter Blitz

Sie sollten – sofern noch nicht geschehen – unbedingt die Technik des indirekten Blitzens ausprobieren! Einfacher kommen Sie nicht zu einem schönen, weichen Blitzlicht. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein drehbarer Blitzreflektor. Alternativ können Sie Ihr Blitzgerät entfesseln und es so gegen die Wand bzw. Reflexionsfläche richten. Zur Not ließe sich das Licht auch über einen kleinen Spiegel umlenken.

indirekt blitzen mit eingebautem Blitz

Auch mit dem eingebauten Blitz kann man indirekt blitzen.

Denken Sie beim Indirekten Blitzen aber auch immer auf einen korrekten Weißabgleich: Das indirekte Blitzlicht nimmt sozusagen die Eigenfarbe des Reflektors mit. Ein solcher Farbstich muss am besten gleich während der Aufnahme mittels dem manuellen Weißabgleich wieder neutralisiert werden. So erspart man sich gleich Scherereien bzw. Arbeit bei der Postproduktion der Bilder.

Lust auf mehr Infos zum Indirekten Blitzen?

Lesen Sie hierzu auch meine Artikel:

Hier finden Sie mehrere Artikel mit entsprechend weiter führender Lektüre.

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Und wenn keine Wand / keine Decke in der Nähe ist?

Sie können durchaus auch draußen bzw. in großen Hallen den indirekten Blitz nutzen. Nehmen Sie doch die Reflexionsfläche einfach mit! Nein, Sie müssen keine großen Styroporplatten mit sich herumtragen. Ich benutze für so etwas meinen 5-in-1-Reflektor zum zusammen klappen. Dieser bietet, auseinander geploppt, mit seiner über einen Meter großen Fläche noch genügend Reflexionspotential, um das Blitzlicht weicher zu machen.

*Für wenig Geld bekommt man bereits ein sehr brauchbares Faltreflektor-Set mit dem Umfang von 110 cm. Bei Amazon. Den Innenteil (ein Diffusor) nutze ich bevorzugt als kompakte Alternative zu einer Softbox.

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Der Reflektor des auf der Kamera befindlichen Aufsteckblitzes wird also einfach (bei einem größeren Abstand bestenfalls mittels Zoom) auf den Reflektor gerichtet, wird somit in seiner Leuchtfläche wesentlich vergrößert und gelangt so, indirekt, in einem Sekundenbruchteil schließlich zum Motiv.
Da man für einen solchen Reflektor allerdings eine Assistenzperson benötigt, die den Reflektor ja im richtigen Winkel halten muss, greife ich in solchen Situationen aber besser zum Stativ bzw. zum Blitzschirm.
Blitze ich aber in Räumen mit z. B. dunklen Holzvertäfelungen, hänge ich den Reflektor einfach mit z. B. einer Pinnadel an die Wand und erschaffe mir somit mit minimalem Aufwand die Voraussetzung für ein wunderbares, weiches Licht. Diese Technik bietet sich auch bei engen Räumen an, wenn eine Softbox mit Stativ kaum Platz findet. Als Alternative zum Reflektor können Sie aber auch einfach ein weißes Bettlaken aufspannen und jenes als Reflexionsfläche für den Blitz nutzen.
Den transparenten Innenteil des Reflektors (hier dann ein Diffusor) kann man aber auch als Schirm-Ersatz nutzen. Das selbe gilt im Übrigen auch für besagtes Bettlaken als Reflektor-Alternative. In diesem Bildbeispiel können Sie etwas mehr dazu lesen. Und in diesem Beitrag sehen Sie ein sehr schönes Bild, bei dem ein einfaches Bettlaken als Riesensoftbox fungiert.

weiches Blitzlicht mit Bettlaken

Mit so einer simplen Konstruktion können Sie ein herrliches voluminöses bzw. sehr weiches Licht aus einem simplen, entfesselten Blitz zaubern!

Eine Mini-Reflexionsfläche aus der Hand nutzen

Folgender Fall: Es gilt auf einer Veranstaltung (z. B. Hochzeit) von allen Gästen im Umhergehen ein Porträt anzufertigen. Wenn man draußen ist und durch dünne Wolken ein schön diffuses Sonnenlicht mit „Akzent“ etwas seitlich fällt, benötigt man hierzu freilich kein Kunstlicht. Meist tritt dieser Fall nicht ein, insbesondere natürlich innerhalb von Räumen.

Hier kann man sich aber ganz einfach mit einem mobilen Reflektor helfen. Diese Dinger sind ausgeklappt ca. 30 cm groß und reichen für solche Oberkörperporträts (Abstand vielleicht 1,5 Meter) aus, das harte, punktuelle Blitzlicht genügend weicher zu machen. Es ist darauf zu achten, hierbei möglichst einen Reflektor zu nutzen, welcher eine matte, weiße Oberfläche besitzt (keine silberne oder goldene). Letztere, spiegelnde Oberflächen bewirken nämlich, dass der eigentliche (harte) Charakter der Lichtquelle eher gespiegelt- anstatt (in eine weiche) umgewandelt wird.
Man geht dann konkret so vor: Das Blitzgerät ist auf die Kamera aufgesteckt, der Kopf jedoch nach rechts- oder links-hinten gedreht. In der einen Hand hält man die Kamera mit Blitz, in der anderen den mobilen Minireflektor. Und gegen diesen wird natürlich geblitzt.

*Halten Sie diesen Mini-Reflektor in der einen Hand und Kamera + Blitz in der anderen. Nun schicken Sie das Blitzlicht auf den Reflektor: Es verwandelt sich in eine große Lichtfläche. Ideal für mobile Portraits und günstig bei Amazon.

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Durch den ungefähr korrekten Winkel wird nun eine schöne Portion weiches Licht gen porträtierter Person abgegeben. Dieses Licht kommt außerdem noch etwas versetzt von der Seite. Ideal für solche Aufnahmesituationen. Hier bevorzuge ich natürlich den Autofokus der Kamera sowie die TTL-Belichtungsautomatik für das Blitzlicht. Die Kamera ist beim Blitzen auf den Modus „A“ bzw. „AV“ geschaltet, wodurch ich einmalig eine Blende am Objektiv vorgeben muss (geringer Blendenwert für unscharfen Hintergrund). Für das Umgebungslicht wird die Belichtungszeit automatisch angepasst. Bei meiner Kamera kann ich einstellen, dass die maximal mögliche Blitzsynchronzeit (bei mir 1/250 Sekunde) hierbei jedoch nicht überschritten wird. Weiterhin habe ich eine Belichtungskorrektur um 1 Blende eingestellt: Der Hintergrund wird um genau eine Blende unterbelichtet. Dies bewirkt ein leichtes Freistellen der Person ohne dass es jedoch nach „Fototapete“ aussieht.

Mit einem zweiten Blitz aufhellen

Statt einen Aufheller zu nutzen, kann man aber auch einen zweiten Blitz parallel aufstellen: All jene Bereiche, die durch den Lichtkegel des primären und entfesselten Blitzgerätes nicht getroffen worden sind und somit starke Schatten ergeben (z. B. die andere Gesichtshälfte eines Portraits) können einfach mit dem synchronisierten Zweitblitz ausgeleuchtet bzw. aufgehellt werden.

Aufhellen mit dem Blitzgerät

Lesen Sie hierzu meinen Artikel: Aufhellblitzen mit einem zweiten indirekten Blitz.

Oder aber man setzt den Aufhellblitz indirekt über eine Decke oder Wand ein.
Ich stelle hierzu die Leistung des Zweitblitzes manuell so ein, dass sie ein bis zwei Blenden schwächer ist als die Lichtleistung des „Master-Blitzes“, um eine eindeutige Lichtführung nicht zu verwässern bzw. um keine Doppelschatten zu erhalten. Im Grunde wäre hierfür die Verwendung eines Reflektors einfacher, denn bestenfalls nutzt man möglichst wenig Technik. Aber so ein zweites Blitzgerät lässt sich eben besser positionieren und ausrichten (z. B. in einem Bücherregal) als ein Faltreflektor. Nutzt man zwei Yongnuo YN560er Blitze, lässt sich deren Leistung bequem von der Kamera aus über Funk individuell mit dem Commander YN560TX regeln bzw. abgleichen. Es wäre in diesem Zusammenhang übrigens auch vorstellbar, den reduzierten Zweitblitz mit einer Farbfolie zu bestücken, um einen dezenten seitlichen Farbeffekt zu erhalten (ähnlich wie mit der Goldoberfläche eines Reflekors).
Das Motiv wird durch zwei entfesselte Blitze sozusagen in die Zange genommen. Und an dieser Stelle komme ich gleich zum letzten Punkt:

Weiches Licht mittels Ringblitz und Zangenblitz

Zangenblitz

Eine selbst gebaute, äußerst starke Zangenblitz-Konstruktion als Alternative zum Ringblitz.

Zuletzt soll auf eine Spezialität hingewiesen werden. Weiter oben hatte ich ja bereits mehrmals von Schatten gesprochen. Diese Schatten verlaufen bzw. werden weicher, je größer die Leuchtfläche ist. Ist es aber nicht möglich, für eine große Leuchtfläche zu sorgen (zum Beispiel, wenn man mit der Kamera mobil sein muss) und ist es auch nicht möglich, zwei entfesselte Blitzgeräte zu positionieren, so kann man sich für weiches Licht auch mit einem Ringblitz oder einem Zangenblitz direkt auf der Kamera behelfen:

Grundlage für das Entstehen von Schatten ist immer die versetzte Position des Blitzes in Bezug zum Objektiv der Kamera: Die Kamera sieht dadurch einen kleinen Teil des Bildes nicht, welches vom (leicht versetzten) Blitz ausgeleuchtet wird oder anders herum: Ein einziger Blitz leuchtet einen Teil des Motivs nicht aus, welches die Kamera wiederum erfassen kann.

Ringblitz-Alternative

Vergleich von Schattenbildung: Einmal mit dem normalen Blitz und einmal mit meiner Ringblitz-Alternative. Das Licht ist wesentlich weicher.

Abhilfe schafft hier ein Ringblitz, welcher aber immer um das Objektiv herum positioniert werden muss. Nur dadurch kann alles ausgeleuchtet werden, was auch das Objektiv erfasst. So ein Ringblitz hat allerdings einen stolzen Preis, zumindest wenn man eine stärkere Variante wünscht.
Eine Alternative hierzu bietet der sogenannte  „Zangenblitz“. Hierzu sind nur zwei (gleich starke) Blitzgeräte notwendig, deren Reflektoren möglichst Mittig zur Objektivachse positioniert werden müssen. Dadurch wird ein ganz ähnlicher Effekt wie beim Ringblitz erzeugt, allerdings mit viel einfacheren Mitteln und mit unübertroffener Lichtleistung – zumindest, sofern man hierzu zwei stärkere Blitzgeräte verwendet.


Dies war meine Übersicht über Möglichkeiten, das naturgemäß harte Licht von Aufsteckblitzen mit relativ einfachen Mitteln in weiches Licht zu verwandeln.

Welche Möglichkeiten nutzen Sie / nutzt Du für schönes, weiches Kunstlicht bei der Blitzfotografie?

Artikeldatum: 10.01.2015 / letzte Änderung: 9.05.2017

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Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

4 Anmerkungen bisher

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.