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Food Fotografie: Reflexionen und Glitzern reduzieren

Zunächst sei bitte entschuldigt, dass ich so eine seltsame Wort-Kombination „Food Fotografie“ verwende, doch als „Blogger“ möchte man auch bei Google gefunden werden. Nun, hier demonstriere ich (erneut) eine meiner Meinung nach sehr wichtige Technik, wie sich unschöne Reflexionen insbesondere bei der sogenannten „Food-Fotografie“ reduzieren lassen.

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Zunächst: Glanz ist insbesondere bei Fotografien von Lebensmitteln ein äußerst wichtiger Bestandteil! Transportiert so ein Schimmern doch eine gewisse Lebendigkeit und – um noch einmal beim Englischen zu bleiben – eine gewisse Freshness.

Was ist Glanz?

Was ist Glanz? ganz einfach: Hier spiegelt sich einfach die Lichtquelle wieder und zwar sehr scharf. Eine Lichtquelle spiegelt sich auch auf einer Raufasertapete. Doch hier ist diese absolut gestreut und nicht mehr als Spiegelung erkennbar. Beim Saft eines Bratens jedoch ist dies etwas anderes: Im Gegensatz zur Raufasertapete spiegelt diese Flüssigkeit alles hart umrissen, was im jeweiligen Blickwinkel dann sichtbar ist. Und dieser Saft wird nur durch Spiegelungen der Lampen als solcher ersichtlich sein. Will sagen: Reflexionen bei der Food Fotografie sind zunächst sehr wichtig, damit die Lebensmittel nicht etwa stumpf und nach Pappmaché aussehen.

Der Blickwinkel

Ich habe oben bereits das Wort „Blickwinkel“ fett markiert. Auch bei der Food-Fotografie spielt dieser eine sehr gewichtige Rolle. Tatsächlich ist es zunächst möglich, die Spiegelung von einem glatten Stück Fleisch zu reduzieren oder gar zu vermeiden, indem man entweder die Beleuchtung leicht umstellt – oder die Kamera, bzw. die Perspektive ändert.

Bei gewölbten Oberflächen hat man damit aber keine Chance, ein gewisses Glitzern bzw. Reflexionen gänzlich zu eliminieren. Denn bei Wölbungen wird es immer einen ungünstigen Winkel geben, in welchem sich die Lichtquelle spiegelt. Oftmals ist diese Reflexion (der Leuchte[n]) zuviel des Guten, so dass das Glitzern reduziert werden sollte. Man kann dies später in der Bildbearbeitung versuchen. Professioneller geht das Reduzieren von Spiegelungen während des Fotografierens jedoch folgendermaßen:

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Reflexionen durch das Kreuzpolblitzen reduzieren

Jetzt wird es spannend! Wer mein Blitzblog kennt, wird es jedoch nicht mehr so spannend finden, da ich schon mehrmals darüber schrieb. Meine Faszination am sogenannten „Kreuzpolblitzen“ ist jedoch keinesfalls versiegt und hier soll also mal ein weiteres Beispiel aus der Praxis folgen – bei der Food Fotografie:

blitz-setEin solch einfaches Set aus Blitzschirm, Stativ und Blitzhalterung bekommt man mittlerweile bereits für den Preis eines Restaurantbesuches zum Beispiel bei Amazon.

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Unterschied keine Reflexionen und Spiegelungen bei der Food Fotografie

Hier sehen Sie einen Detailausschnitt. Links die normale Fotografie. Rechts wurde das „Kreuzpolblitzen“ angewandt. Man spricht hierbei auch von der Verwendung sogenannten polarisierten Lichtes. Deutlich ist zu sehen, dass die Reflexion der Leuchtquelle reduziert wurde. Natürlich wirkt die rechte Abbildung nun unschärfer. Richtig: Sie wirkt so, denn der „Mikrokontrast“ wurde nun gesenkt, da nun der Kontrast an den Kanten Hell-Dunkel reduziert wurde, indem eben die (hellen) Spiegelungen reduziert wurden. Hier bietet natürlich das Nachschärfen in der Bildbearbeitung noch reichlich Potential, wenn man es mag.

Spiegelungen bei der Food Fotografie

Dies ist das Foto, aus welchem der Ausschnitt stammt. Der Glanz ist einfach zu heftig für meinen Geschmack.

Glanz reduziert

Dies ist die Version, bei welcher ich die Kreuzpolblitz-Technik nutzte. Der Unterschied ist nicht frappant, denn ich blitzte durch eine Softbox hindurch und hier verliert der Filter (auf den ich gleich zu sprechen komme) an Wirkung. Doch der grelle Glanz tritt nun deutlich unaufdringlicher an den Tomaten hervor! Er wirkt für meinen Geschmack einfach natürlicher.

Beleuchtet wurde diese Food Fotografie ganz einfach mit einer Softbox von rechts. Links stand noch ein Aufheller aus weißem Karton. Am recht starken Schatten sieht man, dass ich wohl besser die silberne Seite meines 5-in-1-Reflektors hätte nutzen sollen. Sie reflektiert das Licht ca. eine Blende heller. Aber die Tomatenscheiben sind ja nur ein schnelles Beispiel.

Sie wollten schon immer wissen, warum die Bilder der Profis so gut aussehen? Diese kochen zunächst auch nur mit Wasser. In dem Buch "Die Bildlooks der Profis" wird Schritt für Schritt erklärt, was Sie bei der Adobe Software "einstellen" müssen, um genau diese "Bild-Looks" bei den eigenen Aufnahmen zu erreichen. Auf Amazon kann man einen Blick in das Buch werfen.

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Wie reduziert man die Reflexionen technisch?

Man benötigt:

  1. einen Polfilter auf dem Objektiv und
  2. eine Polfilter-Folie auf dem Blitzgerät.

Das vielleicht Überraschende: Der Effekt des polarisierten Lichtes funktioniert auch hinter einer Softbox! Gut, hier wird der Effekt gemildert. Es geht aber. Idealerweise hätte ich hier einen LED-Flächenstrahler zur Verfügung gehabt, über den ich eine Polfilterfolie in der Größe eines Laptop-Monitors spannte. Dann wäre die Reduzierung der Reflexion sehr auffallend gewesen.

Sie verstehen nur Banhof? Bitte lesen Sie meinen Artikel: Spiegelungen durch das Kreuzpolblitzen vermeiden. Es ist nicht schwer: Man benötigt eben nur zwei Polfilter.

So eine Polfilterfolie bekommt man übrigens tatsächlich über einen ausrangierten Flachbildschirm, den man „ausschlachten“ kann. Eine LED-Leuchte dahinter wäre dann ideal, um für ein Motiv wie dieses ausreichend weiches (und polarisiertes) Licht zu generieren. Man kann die Folien aber auch als solche kaufen. Hier gibt es einen weiteren schönen Artikel zu dieser Technik.

Artikeldatum: 21.06.2016 / letzte Änderung: 21.06.2016

Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

leider noch keine Anmerkungen

Hinweis: Auch, wenn in den Texten alles sehr förmlich gehalten ist: Ich bin durchaus auch ein Freund des Dus und freue mich über Kommentare.





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