ein Blog rund um Blitzgeräte und Kunstlicht mit vielen Tipps und Anleitungen

Altes „analoges“ Blitzgerät auf der DSLR / Digitalkamera verwenden

Der Gebrauchtmarkt hält eine Vielzahl an alten „analogen“ Blitzgeräten bereit, die man zunächst durchaus auch auf einer DSLR bzw. Digitalkamera benutzen kann. Denn schließlich machen sie das gleiche Licht wie moderne Systemblitze. Dennoch sollte man hier aufpassen.

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Reflexionen und Spiegelungen vermeiden: Blitzen mit Polfilter
alter Blitz

Ein alter, jedoch sehr starker Blitz.

Ich selbst nutze mehrere alte Blitzgeräte auf meiner DSLR, welche teilweise bereits so an die fünfundzwanzig Jahre alt sein dürften. Die Dinger sind mitunter einfach sehr leistungsstark und via Ebay für äußerst wenig Geld zu bekommen. Alte, manchmal auch als „analoge“ bezeichnete, Blitzgeräte machen zunächst das gleiche wie ein moderner Systemblitz wie ein Speedlight oder Speedlite: Sie erzeugen für einen sehr kurzen Moment ein sehr helles Licht, welches eine absolut neutrale Lichtfarbe besitzt. Sie leuchten ein Motiv vollständig aus.

Eines meiner Lieblingsblitzgeräte ist der Regula Variant, welcher eine Lichtstärke aufweist, an die tatsächlich kein einziger der heute verkauften Blitzgeräte dieser Bauform heran reicht und dafür muss man keine 250, sondern gebraucht nur ca. 25 € aufbringen. Man würde das gleiche Licht erhalten, sogar noch ein stärkeres. Jedoch muss man bei einem alten Blitzgerät aufpassen bzw. sollte es nur auf der DSLR installieren, wenn man sich vorher über die sogenannte „Triggerspannung“ informiert hat. Diese Eigenschaft wird manchmal auch „Zündspannung“ genannt:

Die Triggerspannung eines Blitzgerätes

Wird ein Blitzgerät eingeschaltet, wird an dessen Fuß bzw. Anschluss eine elektrische Spannung aufgebaut. Jene wird bei einem modernen Blitz einen Wert von vielleicht 4 Volt betragen. Dies ist eine sehr geringe Spannung. Bei vielen alten Geräten wird hier aber eine Spannung entstehen, die durchaus 200 Volt betragen kann. Dies ist ein sehr hoher Wert, für einen gesunden Menschen aber ungefährlich, da die sogenannte „Stromstärke“ sehr gering ist. Sie kennen dies von elektrischen Weidezäunen. Für alte analoge Kameras stellte eine solch hohe „Zündspannung“ kein Problem dar, da hier hauptsächlich ein mechanischer Kontakt geschlossen wurde.
Anders sieht dies bei einer Digitalkamera aus: Diese bestehen aus hoch empfindlicher Elektronik und eben diese könnte beschädigt werden. Könnte: Man kann nicht pauschal sagen, welche Spannung bei welcher Kamera am Blitzschuh maximal anliegen darf. Manche Hersteller geben hier jedoch Werte an, die man einhalten sollte:

Negative voltages or voltages over 250 V applied to the accessory shoe could not only prevent normal operation, but may damage the sync circuitry of the camera or flash.

Diese Angabe stammt aus der Bedienungsanleitung der (nunmehr doch recht betagten) Nikon D80 (Quelle). Nikon gibt also eine durchaus hohe maximale Spannung an und auch ich kann dies bestätigen: Ich nutze alle meiner alten Blitzgeräte auf meiner Nikon DSLR. Ich hatte mal einen alten Osram-Blitz. Dieser musste eine äußerst hohe Triggerspannung besitzen. Das Ergebnis: Er wurde einfach nicht von meiner DSLR ausgelöst und ich hatte ihn dann natürlich nie wieder auf der DSLR betrieben.

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Dieser Hot-Shoe-Adapter reduziert die hohe Triggerspannung alter Blitzgeräte auf 3 V. Somit sind alle starken und alten Blitzgeräte mit hoher Auslösespannung auch auf modernen und sensiblen Digitalkameras nutzbar. (angegeben bis 60 V)

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Ferner wird in dem Zitat vor einer sogenannten „negativen Spannung“ gewarnt. Bei meinen Blitzgeräten konnte ich eine solche nicht vorfinden. Ich messe meine Geräte selbst durch und zwar mit einem solchen Gerät:

ein Multimeter

Dies ist ein sogenanntes „Voltmeter“ oder auch „Multimeter“. Solch ein Messgerät kann man günstig im Baumarkt kaufen.

Wenn Sie also ein altes Blitzgerät besitzen, so sollten Sie zunächst unbedingt in Erfahrung bringen, welche Triggerspannung am Fuß anliegt. Entweder Sie messen dies selbst, oder aber sie schauen im Internet nach:

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Tabelle mit gemessenen Triggerspannungen alter Blitzgeräte

Es gibt im Internet eine Tabelle, die Sie hier finden können (englisch), bei welcher eine Vielzahl an alten Blitzgeräten aufgelistet ist bzw. deren Triggerspannungen. Weiterhin wird ein Vorschlag gemacht – ausgehend von der gemessenen Spannung – ob man das alte Blitzgerät an der Digitalkamera verwenden sollte oder eben nicht. Bei dieser Tabelle wird davon ausgegangen, dass alles über einer Spannung von 6V gefährlich sein könnte. Diesen Wert würde ich jedoch als recht konservativ bezeichnen. Weiterhin bezieht sich die Tabelle auf Canon EOS Kameras, was natürlich nicht bindend ist.

Altes TTL gegen neues TTL

Wenn die Sache mit der Spannung geklärt ist, kann es weiter gehen. In diesem Teil des Beitrages soll es um die TTL-Automatik gehen.

Mittenpin

Nur ein einziger Pin: Hier gibt es erst gar kein (inkompatibles) TTL.

Die alte TTL-Automatik ist nicht mit der modernen TTL-Automatik (i-TTL, e-TTL, usw.) kompatibel!

Das heißt, wenn Sie einen alten Blitz mit TTL-Funktionalität (für z. B. Nikon) besitzen, dann wird dieser an einer Nikon DSLR nicht funktionieren. Er wird noch nicht einmal ausgelöst werden können. Das Blitzgerät muss grundsätzlich für digital deklariert sein.
Zumindest ist mir dies bei meinen bisherigen Blitzgeräten so ergangen. Warum ist dies so?

Die TTL-Automatik hat sich bei der Einführung der Digitalkameras geändert bzw. musste sich ändern. Früher wurde das Blitzlicht im Innern der Kamera gemessen und zwar dessen Reflexion am eingelegten Film. Nun wird Film natürlich nicht mehr genutzt (also in Digitalkameras, ich nutze Film durchaus noch) und offenbar kann man dessen Reflexionsverhalten im Innern einer DSLR nicht mehr simulieren, wodurch man auf einen Vorblitz zurückgreifen musste, um weiterhin eine TTL-Funktionalität gewährleisten zu können.

Entfesseltes Blitzen für Einsteiger: Professionelles Licht on location – manuell, mit TTL und HSS (Im Fokus)

Kreative Fotografie mit Systemblitzen. In fast allen Fällen, wenn das Blitzgerät die primäre Lichtquelle sein soll, gibt es zunächst einen wichtigen Schritt: Der Blitz muss von der Kamera runter oder aber man schickt dessen Licht über Umwege weich gesoftet oder hart gerichtet zum Motiv. Wann ist dies gut, wann weniger sinnvoll? Das Buch nimmt jeden Neuling der kreativen Blitzfotografie an die Hand und erklärt Schritt für Schritt, wie man auch mit kleinen Aufsteckblitzgeräten ein durchaus eindrucksvolles und wirkungsvolles Licht zaubern kann.

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Das neue TTL unterscheidet sich also rein technisch vom alten TTL-Prinzip. Daher kann man einen alten „analogen“ TTL-Blitz nicht auf einer Digitalkamera verwenden, auch wenn der Hersteller der selbe ist.

Daher sollte Ihr altes Blitzgerät nur einen einzigen Mittenpin am Fuß aufweisen, wenn Sie dieses auf der DSLR benutzen möchten. Ausnahme: Einige Blitze besaßen tatsächlich mehere Pins, diese dienten aber nicht dem TTL-Betrieb, sondern übermittelten rudimentäre Daten wie das Ansteuern einer Blitzbereitschaftsanzeige im Kamerasucher. Der oben erwähnte Regula Variant gehört dazu und kann ohne Probleme auch auf neuen Kameras betrieben werden.

Übrigens: Ein moderner I-TTL-Blitz funktioniert hingegen problemlos auf einer alten ttl-fähigen Analogkamera. Zumindest ist dies bei meinem Nikon SB600 der Fall: Er funktioniert sowohl (natürlich) an einer Nikon Digitalkamera im TTL-Blitz-Modus als auch an meiner guten alten analogen Nikon FE2! Ob diesbezüglich auch bei den anderen Herstellern eine Abwärtskompatibilität existiert, weiß ich jedoch nicht. Nur umgekehrt funktioniert es leider, wie bereits gesagt, nicht: einen alten „analogen TTL-Blitz“ an einer Digitalkamera.

Blitzschuh ist schwarz lackiert

Ein weiteres Problem hatte sich aufgetan: Normalerweise sollte jedes Blitzgerät, welches lediglich über den Mittenpin verfügt auf jeder Digitalkamera mit Standard-Blitzschuh funktionieren. Manche Digitalkameras besitzen jedoch einen (schwarz) lackierten Schuh. Hier wird es zu Verbindungsproblemen kommen. Als Ausweg böte sich hierbei nur ein abschmirgeln der Farbe an. Ansonsten wird das (Fremdhersteller-) Blitzgerät nicht auslösen.

Automatisch blitzen

Da die TTL-Funktion bei dem Paar alter Blitz + Digitalkamera nicht funktionieren kann (siehe oben), gibt es nur zwei Möglichkeiten zur Lichtabgabe: Entweder ganz manuell oder über Lichtregulierung mittels dem sogannten Computerblitz. Viele alte Blitzgeräte stellten letztere Blitzautomatik-Funktion bereit. Man erkennt sie an einer kleinen Messzelle an der Vorderseite des Gerätes:

Sensor eines Computerblitzes

Besitzt Ihr alter Blitz eine solche Zelle, dann können Sie damit auch automatisch blitzen – unabhängig von der Kamera! Es wird mit jeder Digitalkamera funktionieren!

Voraussetzung: Sie müssen dem Blitzgerät zuvor zwei Dinge mitteilen:

  1. Welcher ISO-Wert ist an der Kamera eingestellt und
  2. welche Blende ist an der Kamera eingestellt.

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Denn diese beiden Variablen benötigt die Blitzautomatik, um das Licht korrekt einstellen zu können. Und genau diese Werte sind es ja, die das (modernere) TTL automatisch übertragen kann. Besagte Werte müssen über (kompliziert aussehende) Schiebe- oder Drehregler an der Rückseite des alten Blitzes definiert werden.

Display vom Blitzgerät

Es gibt aber auch Ausnahmen: Manche Geräte der 1980er Jahre bieten bereits ein sehr übersichtliches Display (wie mein Agfatronic-Blitz) an welchem sich die Parameter (u.a. für den Computer-Modus) bequem einstellen lassen. Dessen TTL-Funktionalität bleibt meiner Digitalkamera jedoch verwehrt: Diese funktioniert nur an hierzu ausgelegten analogen Kameras.

YN-565EX II TTL Blitz für Canon ODER Nikon

Günstiger und starker TTL-Blitz: Der Yongnuo Speedlite YN565EX entweder für Nikon oder für Canon mit einer Leitzahl von 56. Neben der TTL-Automatik kann man ihn auch völlig manuell bedienen bzw. regeln. Ferner lässt er sich drahtlos von Haus aus fernsteuern (sofern die Kamera dies unterstützt) und er besitzt neben dem Zoom (bis 105 mm) eine eingebaute Slave-Zelle zum entfesselt blitzen.

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Ich möchte mich an dieser Stelle nicht unnötig wiederholen, denn ich hatte einen ausführlichen Artikel über diesen sogenannten „Computerblitz“ geschrieben. Das ist eine feine Sache und ein meist brauchbarer TTL-Ersatz.

Manuelles Blitzen

Wenn das alte Blitzgerät keine Computerautomatik besitzt, bleibt Ihnen nur übrig, manuell zu blitzen. Ich selbst ziehe diesen Modus sogar jeglichen Automatiken vor! Den manuellen Modus werden alle alten Blitze beherrschen: Es wird jeweils die maximale Lichtmenge abgegeben.

Dies ist oftmals jedoch ungünstig. Denn meist wird man gar nicht die gesamte Power des alten Blitzgerätes nutzen wollen. Daher bieten bessere Geräte die Möglichkeit, die Stärke des Blitzlichtes manuell zu regeln. Ich betrachte dies als äußerst wichtige Funktion. Nur so kann man das Kunstlicht individuell auf das Motiv abstimmen bzw. für reproduzierbare Ergebnisse einrichten. Leider gibt es nur wenige manuellen Blitzgeräte der alten Generation, die dies beherrschen. Zur Not kann man das Licht auch mit Folien abdunkeln. Das wäre aber nicht so raffiniert wie ein manuelles Regeln der Intensität. Dabei ist das Gebiet des manuellen Blitzens gerade jenes, durch welches man gezielt und mit Überlegung zu perfekt ausgeleuchteten Arrangements gelangt.

Alten Blitz wieder regenerieren

An dieser Stelle soll noch ein Hinweis folgen, was das Inbetriebnehmen bzw. das „Regenerieren“ von alten Blitzgeräten anbelangt. Diese Geräte lagen ja nun sicherlich viele, viele Jahre unberührt im Schrank herum. Setzt man nun volle Batterien ein und fährt das alte „analoge“ Blitzgerät hoch bzw. weckt es abrupt aus dem Dornröschenschlaf, kann es durchaus vorkommen, dass es – knallt! Bei mir hatten sich so schon mehrere Blitzgeräte „verabschiedet“, weil ich folgendes nicht beachtete:

Elko bei einem Blitzgerät

Auf diesem Foto sieht man den „Elko“ recht gut (das blanke tonnenfürmige Bauteil).

Im Innern eines Blitzgerätes befindet sich immer ein sogenannter „Elektrolytkondensator“, kurz „Elko“ genannt. Dieser Elko sollte nicht ins sprichwörtlich kalte Wasser gestoßen werden! Stattdessen sollte man den Blitz wieder ans Arbeiten gewöhnen und zwar folgendermaßen: Man schaltet ihn bei eingelegten Batterien ein und lässt ihn einfach so lange liegen, bis die Batterien leer gesaugt sind. Dies setzt natürlich voraus, dass keine Stand-By-Funktion aktiv ist, doch dies dürften nur die wenigsten alten Blitze haben. Man nennte diesen Vorgang auch „formieren“. Nun geht es mit vollen Batterien weiter: Man blitzt viele Male bei reduzierter manueller Leistung. Kann man die Leistung nicht manuell regeln, so muss man den sogenannten Computermodus nutzen und gegen eine weiße Wand blitzen. Hier wird dann auch nur sehr reduzierte Leistung abgegeben. Ich reaktiviere alte Blitzgeräte einen ganzen Tag über, indem ich sie immer wieder mal auslöse.

Fazit

Ich sage klar ja zum alten Aufsteckblitz!  Ich setze ihn fast immer entfesselt als Studio-Blitz-Alternative ein, da meine eine überdurchschnittlich hohe Leistung besitzen. Außerdem hatte ich mir nur diejenigen gekauft, die man auch manuell regeln kann (und die eine geringe Triggerspannung aufweisen). Durch die Computerblitz-Automatik eignen sie sich auch zum „schnellen“ Blitzen. Jedoch zeigt diese Auto-Funktion klare Schwächen, wenn es um Dinge wie dezentes Aufhellen geht: Hier ist ein moderner TTL-Systemblitz besser geeignet. In diesem Artikel gibt es eine kleine Liste mit manuell regelbaren Gebrauchtblitzgeräten.

Haben Sie / hast Du ebenfalls auch alte Blitzgeräte als Teil der Fotoausrüstung? Oder setzt Du ganz auf moderne Systemblitzgeräte?

Artikeldatum: 27.01.2016 / letzte Änderung: 13.09.2019

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Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

Tom | am 27. November 2017

Hallo Walter, danke für deinen Beitrag und schön zu lesen, wie du die alten Dias wieder hervor holst und dich für die Technik interessierst. Solch kleinen optischen Auslöser nutze ich auch hin und wieder mal. Meist für ein auf dem Boden liegendes Blitzgerät, wenn ich im Raum für ein Porträt die Rückwand anleuchten möchte (hatte jüngst Passfotos / Bewerbungsbilder für einen Freund gemacht). Bei meinen „Servo-Auslösern“ (so werden die auch genannt) darf aber der Hauptblitz nicht auf TTL geschalten sein, sonst gibt es eben einen Vorblitz und allein wegen dem würde dann der Zweitblitz schon zünden. Manche optischen Auslöser haben hierfür eine (zuschaltbare) „Sperre“. Vielleicht ist dies bei dir auch so. Sie „warten“ dann auf den tatsächlichen Blitz.

Ansonsten fotografiere ich mit Funkauslösern der Firma „Yongnuo“. Das sind taugliche und recht günstige Geräte. Für das manuelle Blitzen empfehle ich die alten der Serie „RF602“ oder „RF603“. Diese nutze ich auch auf analogen Kameras. Obacht beim Gebrauchtkauf des „RF603“: Hier nur die aktualisierte Version „II“ nehmen, da nur diese manuell (z. B. über eine Blitzbuchse) auslösbar sind.
Noch günstiger geht es mit den „China-Krachern„. Diese sind aber nicht sonderlich zuverlässig, jedoch für Anfänger zum „Reinschnuppern“ auch gut.

Nun zu den farbigen Punkten „weiß rot grün“ auf alten Blitzgeräten: Diese sind für den „Computermodus“ relevant, auf den ich in diesem Artikel ja auch eingegangen bin. Jeder der drei Farbmarkierungen steht für eine bestimmte Blende, die am Objektiv einzustellen ist. Warum werden diese Blendenwerte dann nicht gleich anstatt der Farbcodes angegeben? Weil sich die je einzustellende Blende je nach ASA-Filmempfindlichkeit (bzw. ISO-Wert an Digitalkameras) ändert! Deswegen wird hier versucht, den Nutzer mit Farbcodes zu „verwirren“.

Zunächst muss mittels einem Schiebe- oder Drehschalter am Blitz der ISO- bzw. ASA-Wert eingestellt werden, welcher auch an der Digitalkamera eingestellt ist. Der besagte Schalter ist übrigens meist nur ein „Rechenschieber“ bzw. besitzt keine technische Funktion. Nun kann man aber an einer Skala ablesen, welche Blendenwerte den jeweiligen Farben gegenüberstehen. Wenn beim grünen Punkt jetzt z. B. Blende 5.6 gegenüber steht, stellt man am Objektiv Blende 5.6 manuell ein und schiebt den Schalter am Blitz für die Farben eben auch auf Grün. Wenn man jedoch mit einer anderen Blende fotografieren möchte, muss man schauen, welche beiden andere Blendenwerte (bei weiß und rot) eben noch so vom Blitzgerät angeboten werden. Diese list man an der Skala ab und stellt den (Farb-) Schalter dann auf eben diese Farbe. Es könnte jedoch auch sein, dass eine der Farben für „Manuell“ steht: Dann blitzt das Gerät immer auf voller Leistung. Bei den anderen Werten wird stets das Licht an die Entfernung (und eben eingestellte Blende) angepasst.
Teurere Blitzgeräte mit Computer-Auto-Modus ließen es zu, dass in diesem Modus bei jeder beliebigen Blende fotografiert werden konnte. Bei sehr, sehr vielen Geräten aus den 1970er und 1980er Jahren gab es diese drei oder vier Farbcodes. Daher könntest du auch einmal nach ähnlichen Bedienungsanleitungen schauen, da das Prinzip immer gleich war.

Walter | am 24. November 2017

Hallo Tom, ich habe ja ganz vergessen, die Sensoren zu erwähnen. Ich habe sogar zwei optische Blitzadapter aus China (nur Optik, Blitzschuh und Gewindebuchse) und einen Adapter mit Blitzanschlußbuchse, Blitzschuh und Blitzanschlußbuchse für Klinkenstecker).
Angeblich soll durch die Optik kein Blitz ausgelöst werden (ohne Vorblitz). Sind die trotzdem verwendbar?

Walter | am 24. November 2017

Hallo, ich bin wohl 84 Jahre alt, doch nach einer Phase der Depression habe ich mich heute wieder der Fotografie zugewandt. Immerhin liegen Hunderte von Dias und Filmstreifen herum, die ich lange Zeit nicht angesehen habe. Deshalb habe ich mir ein gebrauchtes Fotovix-Gerät gekauft, um das nachzuholen. Um wieder einen Sinn in mein Leben zu bringen, habe ich mich auf die Fotografie gestürzt, weil ich ja früher mit einer A1 und AE1 (u.a) fotografiert habe. So habe ich auch bei ebay etc. viele alte Sachen gekauft, mit denen ich etwas anzufangen glaube. Alte Blitzgeräte etwa (bei denen die Triggerspannung für digitale Fotografie zu hoch ist! Habe ich erst später gemerkt) und natürlich eine preiswerte alte Olympus E-PL1, damit ich mit Adapter meine alten Objektive verwenden kann. Dazu noch eine IS-3000, wo ich bei dem günstigen Preis nicht widerstehen konnte. Ich habe alles, was billig war, gekauft. So auch Blitzgeräte mit den drei Punkten (weiss, rot und grün), wobei ich heute noch nicht weiß, wofür die sind, weil Betriebsanleitungen dafür, nicht mehr aufzutreiben sind (Mein CANON spezifisches Blitzgerät war natürlich ‚im Eimer‘). Nun bin ich alter Mann wohl ausgerüstet, doch fotografieren damit, kann ich noch lange nicht! Ich weiß noch nicht mal, ob die Triggerspannung meiner Blitzgeräte nicht jetzt für die analoge Fotografie zu hoch ist. Das es mit Funkauslösung auch bei entfesseltem Blitzen gehen soll, das habe ich kapiert. Doch welche ich kaufen soll, das weiß ich leider nicht. So habe ich einfach beim Kaufen einen Stopp eingelegt und warte auf Ratschläge. Die glaube ich im ‚Blitz Blog° gefunden zu haben. Jedenfalls war alles, was ich bislang gelesen habe, sehr interessant für mich. So warte ich denn, auf die Dinge, die da noch kommen sollen. Ich bin halt noch am Studieren (von Büchern aus dem Verlag Laterna Magica!)

Tom | am 17. Juli 2017

Hallo Regina, danke für das Lob!
Zum entfesseln gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Man aktiviert den internen Blitz (falls vorhanden), stellt ihn manuell auf schwache Leistung und steckt auf den externen Blitz eine „Slave-Zelle„. Dann blitzt der entfesselte Blitz sofort mit, wenn der interne gezündet wird. Da der externe stärker ist, dominiert dessen Licht. Problem: Geht nur in Innenräumen gut und natürlich nur bei Kameras mit eingebautem Miniblitz. Außerdem muss diese Slavezelle den sogenannten „Vorblitz“ („Messblitz“) ignorieren können.
  2. Man nimmt einfach ein Blitzkabel. Dieses ist jedoch meist recht kurz. Längere sind eine Stolperfalle.
  3. Man nutzt ein Set aus Funksender und Funkempfänger. Heute gibt es bereits sehr günstige Sets, die für erste Ergbnisse genügen.

Die Sony Nex hat sicherlich diesen speziellen Blitzschuh. Da benötigt man dann noch einen kleinen Adapter, um den Sender mit „normalem“ Blitzfuß nutzen zu können.

Ein Stativ ist praktisch. Denn darauf kann man ein externes Blitzgerät prima ausrichten. Dann benötigt man aber noch einen Fuß mit Gewindeanschluss oder einen Neiger mit Stativgewinde. Einige Funkempfänger haben so ein Gewinde bereits eingebaut.
Man kann das Blitzgerät aber auch hinlegen und den Kopf so ausrichten, dass er in die gewünschte Richtung zeigt. Manche klemmen ihre entfesselten Blitzgeräte auch gerne mit Gummibändern irgendwo fest.

Grüße
Tom

Regina | am 16. Juli 2017

Hallo Tom,
Cool ich habe deine Seite gestern gefunden und schon voll viel gelernt. Ich fotografiere mit alten Objektiven an einer Sony NEX und wollte gern low key fotos probieren und habe noch nie mit einem externen Blitz fotografiert. (Ich habe einen mecablitz 40 CT4 und einen Carena SCA 40 rum liegen). Leider habe ich keinen Artikel gefunden, was ich alles brauche um alte Blitze extern also nicht auf der Kamera zu benutzen-reicht da der von dir erwähnt funkauslöser und ein stativ? Vielleicht könntest du mir ja den Weg in die richtige Richtung weisen das wäre super lieb.LG Regina

Thomas | am 23. Februar 2017

Hallo,
mein alter Mecablitz 35 CT3 ist bei mir noch im Einsatz. Jahrelang an meiner vollmechanischen SLR, dann an meiner digitalen Kompaktkamera mittels Handgriff und Fotozelle und jetzt auch an meiner DSLR. Das sorgt immer wieder für erstaunte Blicke.
Und weil fast keiner auf TTL verzichten möchte habe ich vor kurzem sehr günstig ein Objekt meiner damaligen Begierde (Mecablitz 45 CL4, damals unerschwinglich) fast neuwertig erhalten.
Für alle Fälle (Autofokus in Dunkelheit… ) habe ich aber auch einen modernen Metz in der Tasche.

minoltafan | am 20. Mai 2016

Hallo Tom
Aufgrund dieses Artikels werde ich meinen alten Vivitar – Blitz aus den 80er Jahren ausgraben undvversuchen, diesen mit einer Fotozelle zu aktivieren. Bin gespannt und werde über das Resultat berichten. (Da es Minolta nicht mehr gibt, wurde ich zum Nikon-Fan.)

Tom | am 27. Januar 2016

Hallo! Ja, zwei der alten Metz Blitzgeräte zählen auch zu meinem „Arsenal“. Die sind stabil und halten wohl ewig.

Nele | am 27. Januar 2016

Hi Tom! Ich hatte mir vor einiger Zeit ein kleines aber feines Studio eingerichtet. Ich hatte damals Glück, dass ich befreundete Fotografen im Bekanntenkreis habe, die mich beraten konnten. Kurz: Ich habe drei alte Metz 45 CT-4 im Einsatz je hinter zwei Softboxen und einen als Reserve für zum Beispiel ein Streiflicht. Damit habe ich sehr viel Geld gespart. Das sind alles durchaus brauchbare Studioblitz-Alternativen (nur eben ohne Vorschaulicht), dabei sehr stabil gefertigt. Aber du hast auch recht, wenn du schreibst, dass ein heutiger TTL-Blitz viel flexibler ist, wenn er direkt für die Kamera gebaut wurde. Bei mir geht’s ja eher um Porträts im Studio also „langsame“ Fotografie.


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