ein Blog rund um Blitzgeräte und Kunstlicht mit vielen Tipps und Anleitungen

Komplette Blitzausrüstung für Anfänger: Studiolicht für 120 €

Nie war es günstiger, sich ein kleines aber feines Blitzlicht-Set aufzubauen um Bilder wie im Fotostudio anfertigen zu können. Gewiss: Profi-Ausrüstung hat zu Recht seinen Preis, denn diese ist mechanisch sehr belastbar und für ein ständiges Auf- und Abbauen sowie für den rabiaten Transport gut geeignet. Doch Licht ist Licht und ein solches bekommt man bereits für etwas über 100 € für einen gelungen Einstieg ins Blitzen.

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*Dieser Artikel ist gar nicht der, nach dem Sie eigentlich suchten? Vielleicht interessiert Sie jener mehr:
Strobistenblitz: Soligor 42 DA bzw. Achiver 632 LCD
Strobisten-Set

Dieses Foto hatte ich mit dem hier vorgestellten „Strobisten Set“ angefertigt: Ein Simpler Schirm auf dem Stativ, dahinter mein Yongnuo-Blitz und der kleine Funkauslöser auf der Kamera, der das Blitzgerät drahtlos entfesselt ansteuert. Das ganze passt portabel in einen Rucksack.

Kein Fotostudio kann auf Kunstlicht verzichten. Klar, früher nutzte man große Ateliers mit riesigen Fenstern gen Norden um ein entsprechendes weiches Licht in gleichmäßiger Qualität parat zu haben. Doch eine solche Räumlichkeit dürften wohl die wenigsten Hobbyfotografen für sich beanspruchen können. Dann gibt es freilich die Möglichkeit, mit Dauerlicht zu fotografieren. Man kann hierzu auch günstige Baustrahler benutzen. Jene müssen aber hinter einem großen Diffusor (Blitzschirm, Klappdiffusor) verschwinden, die gesamte Konstruktion möchte dann auch noch auf einem Stativ befestigt werden und man riskiert damit, ein Fall für die Feuerwehr zu werden. Ferner hat eine Lösung mit Baustrahlern einen optischen Makel: Das Licht der (durchaus hellen) Baustrahler besitzt sozusagen Löcher im Farbspektrum. Dass dieses Licht eher gelb ist, ist bekannt und kein Problem (manueller Weißabgleich an der Digitalkamera). Dass das Farbspektrum der Baustrahler dagegen eben besagte „Lücken“ besitzt, kann bei bestimmten farbigen Arrangements zum Problem werden. Weiterhin werden diese Dinger eben entsprechend heiß und benötigen eine notwendige Verbindung zur Steckdose. Ein durchschnittliches Blitzgerät ist jedoch heller als ein Baustrahler. Besser, man nutzt gleich Elektronenblitze (das sind alle herkömmlichen Blitzgeräte) mit einem durchweg neutralem Farbspektrum (weiß).

Gute und starke Elektronenblitzgeräte sind jedoch in den letzten Jahren sehr günstig geworden, so dass ich gleich zu einem solchen greifen würde, um beispielsweise Portraits anzufertigen. Einziger Nachteil: Es gibt hierbei kein „Einstelllicht“, also kein Dauerlicht, mittels welchem man z. B. Schattenverläufe vor der Aufnahme kontrollieren kann. Jedoch nutzt man heute eine Digitalkamera anhand derer man das Ergebnis sofort kontrollieren- bzw. den Aufbau leicht ändern kann. Schnell wird man seinen bevorzugten Standardaufbau gefunden haben. Weiterhin ist es natürlich durch das Histogramm der Digitalkamera leicht möglich, die Lichtstärke korrekt beurteilen- bzw. den Blitz entsprechend manuell einstellen zu können.

Ein einfaches und wirkungsvolles Blitz-Set

Ein preislich recht günstiges und dabei außerordentlich mobiles Lichtset möchte ich in diesem Beitrag vorstellen. Es ist gerade durch den Preis (komplett mit Blitz ca. 120 €) für Anfänger und Einsteiger zu empfehlen, die vielleicht in das Fotografieren mit Kunstlicht herein schnuppern möchten. Ich selbst arbeite seit Jahren mit solch einer einfachen Ausrüstung. Gleichwohl besitzt das dadurch erzeugte Licht genau die gleichen Charakteristik, welche man mit einer „Profi-Ausrüstung“ gleicher Größe erhalten kann. Die Fotos werden also letztendlich gleich aussehen. Teure Geräte sind eben nur stabiler und für einen rauen Einsatz mehr geeignet. Außerdem streuen echte Softboxen das Licht nicht so sehr im Raum (erst recht, wenn sie mit einem sogenannten Wabenvorsatz ausgestattet sind). Ich arbeite jedoch mit sehr preisgünstigen (und äußerst kompakten) Blitzschirmen, die ich dadurch nämlich bequem im Rucksack transportieren kann. Doch im Normalfall ist deren Lichtstreuung kaum ein Problem. In kleineren Räumen kann dies sogar ein Vorteil sein, wenn dann nämlich auf zusätzliche Aufheller oder gar weitere Lampen verzichtet werden kann. Ich möchte aber der Reihe nach vorgehen.

Hinweis: Der von mir errechnete Gesamtpreis für solch ein schönes Set gilt für den Tag, an dem dieser Artikel veröffentlicht wurde. Preise ändern sich ja ständig (insbesondere im Online-Handel).

Das Blitzgerät: Der Yongnuo YN560III

Ich habe viele Bekannte, die sich ebenfalls für die Fotografie interessieren (Uni mit Gestalter-Fachbereich), jedoch wenig Erfahrung mit Kunstlicht besitzen. Ich empfehle diesen immer den Yongnuo YN560 III. Yongnuo ist ein chinesischer Hersteller, hat mittlerweile einen sehr guten Leumund und ich kann aus eigener Praxis behaupten, dass die Qualität der Produkte tatsächlich recht gut ist – zu sehr geringen Preisen.

der Yongnuo YN-560 Mark III

Lassen Sie sich von den vielen Zahlen im Display nicht verunsichern. Der Blitz ist tatsächlich recht einfach zu bedienen und im normalen Betrieb wird auch viel weniger angezeigt (nämlich nur die eingestellte Leistung und der Zoom des Blitzkopfes). Auch lassen Sie sich nicht durch die Tabelle oben irritieren, die ich auf das Blitzgerät klebte. Dies sind nur persönliche Angaben, was die Leistung in Bezug zur Motiventfernung anbelangt. Der Blitz wird übrigens immer mit einem Fuß / Ständer geliefert. Dieser besitzt unterhalb bereits ein Stativgewinde, wodurch man ihn allein dadurch schon auf ein Stativ schrauben kann.

Der Yongnuo YN560 III soll also die Basis meines Blitzsets sein.
Dieses überdurchschnittlich starke Blitzgerät (er ist tatsächlich stärker als die Blitze der großen Hersteller) kostet mittlerweile nur noch € 55,95 inkl. MwSt (Preis abgerufen am 7.12.2019).

Yongnuo YN560-III manueller zuverlässiger Blitz universell passend
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von Yongnuo

Leistungsstarkes manuell steuerbares Blitzgerät mit eingebautem Funkempfänger. Der bekannte "Yongnuo YN560 Mark III" ist weiter im Preis gefallen, universell passend und jedem "Strobisten" ein Begriff. Auf Amazon kann man ihn zum gewohnt günstigen Preis erwerben.

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Wie kann es zu diesen Preis kommen? Das Gerät ist so günstig, weil es ein rein manueller Blitz ist: Er besitzt keine Automatik-Funktionen. Er ist sozusagen die Mini-Version eines echten Studioblitzes: Sie stellen einfach die Leistung von Hand ein – genau so, wie es der Fotograf im Fotostudio bei der Blitzanlage macht. Es ist klar, dass sich das Blitzgerät dadurch nicht für die „Action-Fotografie“ eignet, sehr wohl aber für einen fixen Aufbau im Heimstudio bzw. für Portraits und Stillleben! Was er noch mit einer Studio-Blitzanlage gemein hat, ist der praktische „Piep-Ton“: Sobald das Gerät nach einer vollen Ladung Licht wieder bereit ist, erfolgt ein (abschaltbares) akustisches Signal. Dies ist insbesondere hinter einem Blitzschirm sinnvoll, denn hier wird man ja normalerweise keine Sicht auf das Display haben.

Ich komme nicht umhin, zu behaupten, dass ich den wohl ausführlichsten Artikel im (zumindest deutschsprachigen) Internet über den 560er Yongnuo geschrieben habe: Erfahrungsbericht. Nehmen Sie sich für das Studieren dieses Artikels aber Zeit mit.

Es existiert bereits ein Nachfolger: Der Yongnuo YN560 Mark IV. Doch wer Geld sparen möchte kann durchaus beim Mark III bleiben: Er hat für unsere Zwecke alles, was auch der IVer bietet.

Doch eine Sache muss aber hier erwähnt werden: Der Yongnuo YN560-III besitzt einen eingebauten Funkempfänger!
Obacht: Besser nicht den „Mark II“ kaufen! Dieser besitzt keinen eingebauten Funkempfänger. Hier müsste ein solcher (siehe nächster Punkt) noch unten angesteckt werden.

Den Blitz per Funk entfesseln mit dem Yongnuo RF603-System

Nun muss das Blitzgerät nur noch aus der Ferne ausgelöst- bzw. entfesselt werden. Denn schließlich sollte man die Lichtquelle bei z. B. Portraits nie direkt neben dem Objektiv nutzen – Der Charakter des Blitzlichtes wäre dann zum einen viel zu flach. Zum anderen provoziert man dadurch Spiegelungen.

Da ja das Blitzgerät bereits einen Funkempfänger integriert hat, benötigen wir nun nur noch einen Auslöser: Den günstigen aber zuverlässigen Yongnuo RF-603 Auslöser.

der RF 603 Transmitter

Abgebildet ist ein einzelner Transmitter RF603, mit dem der Yongnuo-Blitz kompatibel ist. Diese Teile werden häufig im 2er-Set verkauft. Doch Sie benötigen hier nur einen einzigen. Dieser wird als Sender fungieren. Der anfangs vorgestellte Yongnuo-Blitz hat den Empfänger ja bereits eingebaut! Den zweiten RF-603 können Sie als Empfänger für einen weiteren Blitz (z. B. einen ganz günstigen alten von Ebay) nutzen.
Die RF603er sind sogenannte „Transceiver“: Entweder schaltet man sie als Sender oder Empfänger. Kaufen Sie aber nur die zweite Version „Mark II“, da man diese mittels Schalter als Sender oder Empfänger umschalten kann. Die alte Version (hier abgebildet) konnte das noch nicht.

Das Paar Yongnuo RF-603 Funkauslöser kostet € 27,59 inkl. MwSt (Preis abgerufen am 7.12.2019).

Yongnuo RF603II Funkauslöser für manuelles Entfesseln
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von SODIAL (R)

Zwei gleiche Blitz-Funkgeräte reichen: Entweder sind sie Sender oder Empfänger. Für das aktuelle Yongnuo Funkauslöser-System "RF 603" (non TTL) kann man den Empfänger auch einzeln kaufen und somit grenzenlos aufrüsten. Ferner lässt sich damit auch ein weiteres Blitzgerät huckepack auf der Kamera aufnehmen. Das Yongnuo RF603 System ist ideal zum entfesseln von Blitzgeräten.

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Auch diesem Funksystem habe ich einen ganzen Artikel gewidmet: Erfahrungsbericht.

Der besagte Sender funktioniert für alle Kameras mit Standard-Blitzschuh und zwar sehr zuverlässig und über viele Meter und hinweg, teils durch Wände. Wie die Geschichte bei z. B. Pentax oder Olympus aussieht, weiß ich nicht. Sony-Alpha-Benutzer benötigen sicherlich noch einen Blitz-Fuß-Adapter, da diese Kameras keinen Standard-Blitzschuh besitzen.

Dummerweise gibt es die Transceiver einzeln kaum zu kaufen, sodass man sich immer ein ganzes Set kaufen muss. Immerhin hat man dann aber einen zusätzlichen Empfänger für ein zweites Blitzgerät parat. Einen solchen Zweitblitz kann man sich dann z. B. günstig per Ebay zusätzlich holen, um diesen z. B. für das Ausleuchten des Hintergrundes oder als Haarlicht zu nutzen bzw. parallel zum Yongnuo zu zünden (so mache ich es). Hier nutze ich gerne schwächere, alte Blitzgeräte, die gebraucht fast verschenkt werden.

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Nun haben wir das Blitzgerät von der Kamera entfesselt. Jetzt muss es sicher auf einem Stativ befestigt werden können – und es muss noch ein großer Diffusor davor, damit das Licht weicher wird:

Ein Stativ für das Blitzgerät, eine Blitzhalterung und ein Blitzschirm

Es gibt bereits günstige Sets zu kaufen: Lampenstativ + Schirmhalter + Blitzschirm. Man kann diese drei Komponenten auch einzeln kaufen, jedoch dann freilich zu einem höheren Preis. Diese Blitz-Sets wurden jedoch genau für den Anspruch zusammen gestellt, damit Anfänger kostengünstig ein komplettes Paket bereit gestellt bekommen, um in die Studiofotografie einzusteigen.

Ein solches Set aus Stativ + Halterung + Schirm kostest derzeit € 32,89 inkl. MwSt (Preis abgerufen am 7.12.2019).

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Ein solch einfaches Set aus Blitzschirm, Stativ und Blitzhalterung bekommt man mittlerweile bereits für den Preis eines Restaurantbesuches zum Beispiel bei Amazon.

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Natürlich ist bei dem Preis keine Profiqualität zu erwarten! Ich nutze ein solches Set ca. zweimal im Monat (und dies seit nunmehr drei Jahren). Da ist die geringere mechanische Qualität im Gegensatz zu einer Profi-Ausrüstung kein Problem. Sie wird mechanisch nicht überbeansprucht. Würde ich jedoch jeden Tag damit arbeiten, müsste ich mir natürlich ein stabileres, jedoch teureres Equipment kaufen. Was das Licht anbelangt: Es ist gleich.

ein Schrim zum Blitzen

Ein Schirm verwandelt das kleine Blitzlicht in eine voluminöse Lichtquelle. Hierdurch wird das harte Blitzlicht wesentlich weicher. So ein Schirm, der wie eine Softbox funktioniert, ist ein ganz wichtiger Bestandteil für z. B. Porträtfotografien. Achten Sie darauf, dass die eingebaute Streuscheibe beim Yongnuo ausgeklappt ist, damit tatsächlich die gesamte Schirm-Innenfläche ausgeleuchtet werden kann. Bei diesem Foto war dies nicht der Fall und deutlich ist zu sehen, dass das gesamte Potential der Schirmfläche nicht genutzt wird.

Und: Würde die ausgeklappte Streuscheibe beim direkten Blitzen ohne Softbox / Schirm einen Helligkeitsverlust bedeuten, so ist dies bei Verwendung eines solchen Diffusors (gemeint ist der Schirm) nicht der Fall: Zwar wird dadurch das Licht des Blitzes selbst natürlich ebenfalls etwas schwächer. Jedoch wird dies durch die nun größere Leuchtfläche kompensiert. Beim Modell kommt letzten Endes die selbe Lichtmenge an.

Halterung für das Blitzgerät

Und hier sieht man die Rückseite des Schirms: Mein Yongnuo YN560 III ist abgebildet, sowie die Halterung, durch die sowohl der Blitz als auch der Blitzschirm sicher befestigt wird und durch den beweglichen Kopf ausgerichtet werden kann. Alles zusammen wird auf ein Lampenstativ geschraubt. Das Stativ befindet sich ebenfalls im Set. Der Yongnuo wird einfach über Funk von der Kamera aus angesteuert. Dessen Leistung wird individuell per Up- / Downtasten eingestellt, ganz genau so wie man Studio-Blitzgeräte bedient.

Zusammen müsste man also derzeit 60 € für das Blitzgerät bezahlen + 30 € für den Funkauslöser + 30 € für das Stativ mit Halterung und Blitzschirm. Macht 120 € für eine solide Studio-Blitz-Lösung. Günstiger kam man so noch nie an gut ausgeleuchtete und stets reproduzierbare Portraits (es sei denn, man nutzt Baustrahler als Dauerlicht hinter dem Schirm).

Hinweis: Unten in den Kommentaren hatte mich ein Leser meines Blitzblogs um Rat gefragt: Bei ihm geht es um das Ablichten von aufgearbeiteten Fahrrädern, also um die Produktfotografie. Solch ein (relativ kleiner) Schirm, wie ich ihn hier vorstelle, eignet sich gut dazu, um z. B. Halbporträts weich auszuleuchten. Bei Räumen mit weißen Wänden oder draußen mit diffusem Umgebungslicht (welches man durch eine leicht verlängerte Belichtungszeit [→ Mischlicht„] mit in die Aufnahme einfließen lässt) kann man damit auch noch Ganzkörperportraits ohne harte Schatten anfertigen. Dann ist aber mit solch einem Lichtformer schon Schluss: Möchte man noch größere Dinge weich ausleuchten, dann benötigt man durchaus größere Lichtformer (Softboxen mit ca. 2 Meter Länge). Die Physik kann man leider nicht austricksen. Für den normalen Heimgebrauch ist so ein Schirm jedoch bereits ein guter Start in die Kunstlichtfotografie.

Porträtfotografie: Professionelle Porträts durch gekonnte Lichtführung und Inszenierung

Gekonnte Lichtführung bei Porträts. In diesem Buch wird ein wesentlicher aber leider zu oft vernachlässigter Bestandteil der Porträtfotografie behandelt: Das Licht. Doch mit der Art des Lichts verändert man den Charakter einer porträtierten Person radikal: von Schlafzimmermime bis dämonisch.

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Da das RF-603 Funkauslöser-System oft noch eine Empfänger beinhaltet (den man aber nicht benötigt, da das Blitzgerät einen solchen ja eingebaut hat), besitzt man zusätzlich noch einen Empfänger für einen zweiten Blitz (z. B. einen alten gebrauchten). Dies wäre hier also sozusagen das Gratisteil obendrauf, was die TV-Werbesendungen gerne anpreisen, wenn man jetzt bestellt.

Mit einer solchen Ausrüstung stünde z. B. der klassischen Portraitfotografie nichts mehr im Wege: Durch den Yongnuo-Blitz ist eine starke Lichtabgabe garantiert. Durch den Funkauslöser lässt sich dieser sehr bequem von der Kamera entfesseln. Durch den Schirm wird das Licht wesentlich voluminöser abgegeben, was essentiell für weiches Licht ist. Auf den eigentlich überflüssigen zusätzlichen Empfänger kann man noch einen alten analogen (möglichst auch manuell regelbaren) Blitz stecken und diesen als z. B. Haarlich oder Streiflicht nutzen. Er löst ja parallel aus. Durch das Stativ, der Halterung und dem Blitzschirm ist eine sehr weiche Lichtqualität garantiert. Als Zubehör wäre noch ein sogenannter Klappaufheller zu empfehlen. Damit die andere Seite des angeblitzten Motivs nicht zu dunkel gerät. Doch dies ist Geschmackssache und hier kann man sich bereits mit einer weißen Styroporplatte behelfen.

Kurzum

Ich arbeite tatsächlich auch mit einem solchen günstigen Set, wie Sie an den Fotos sehen. Ich bin Hobbyfotograf und benötige keine sehr strapazierfähige Ausrüstung. Wichtig ist hierbei primär die vergrößerte Leuchtfläche durch den Schirm und die Flexibilität: Mein Studio nebst Kamera passt in einen Wander-Rucksack, mit dem man sich dann sogar auf’s Fahrrad setzen kann. Ich mache damit Hausbesuche. Man kann hier auch einen alten Blitz von Ebay hinter den Schirm setzen und diesen durch ein simples Blitzkabel auslösen. Doch so ein Funkauslöser-System in Kombination mit einem modernen und sehr fein manuell regelbaren Blitz ist doch wirklich flexibler und einfacher in der Anwendung.

Artikeldatum: 27.01.2016 / letzte Änderung: 4.04.2019

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Momentchen – Es gibt hier noch mehr interessante Artikel:

Tom | am 18. April 2018

Hi Florian,

schön, dass ich dir schon mal etwas weiter helfen konnte. Wenn ein Kommentar zu viele Links enthält, sperrt das Blogsystem diese zunächst. Also nicht wundern, wenn der Beitrag nicht gleich erschienen ist.

Wenn du mit Baustrahlern arbeitest, möchte ich dir zunächst einen Link mitgeben. Das ist das „Baustrahlerkompendium“, welches einige Jahre recht berühmt im Internet war, jetzt aber nicht mehr online ist (aber freilich noch über archive.org). Vielleicht findest du da noch einige wertvolle Hinweise.

Ich vermute, dass 50 cm lange Gage vor den Baustrahlern zu wenig für dein Vorhaben sind. Für Details (kleinere Objekte bei näherer Platzierung der Leuchte) ginge dies. Bei höherem Abstand und größeren Objekten (ganze Fahrräder) wird es sicher kritisch bzw. würde das Licht wieder zu hart werden. Es sei denn, du platzierst gleich mehrere der 50cm-Leuchten, was du ja auch vorhast. Hier heißt es dann: Ausprobieren. Sicherlich wird dann noch einiges an „vagabundierendem“ Licht bei dem (nun größeren) Raum dazu kommen bzw. die (harten) Schatten aufhellen. Hier kann man keine Vorab-Dignose geben. Ausprobieren. Ich würde versuchen, die Gage größer vor den Baustrahlern zu montieren (ca. einen Meter mal einen Meter. Aber eben Vorsicht: Heiß! Brandgefahr! Nie unbeaufsichtigt lassen. Ansonsten finde ich die Indirekt-Lösung mit den weißen Platten gut. Gut ist ja auch, dass du die Möglichkeit für einen größeren Raum hast, allein daher, dass du nun mit der Kamera weiter weg gehen kannst und so Verzerrungen vermeiden kannst. Dann bräuchtest du sicher auch ein leichtes Teleobjektiv für die Kamera.
Zum Hintergrund: Ich hatte bisher immer nur mit den großen Papierrollen gearbeitet (Mietstudio bzw. Studio in der Uni damals). Wie sich Molton verhält? Ich weiß es nicht. Im Gegensatz zu starkem Papier / Karton wird es wohl in der Wölbung am Boden zusammen fallen bzw. kein schönes Rund ergeben. Das vermute ich jedoch nur. Aber vielleicht sieht man dies am Ende auch nicht. Auch zu Knickeigenschaften dieses Stoffes kann ich nichts aus eigener Erfahrung beitragen. Sauber aufrollen würde ich aber auch und bloß nicht falten. Doch es wird ja bereits ab Werk gefaltet sein. Keine Ahnung, ob man das ausbügeln kann (ich befürchte nicht). Die Idee mit dem Drahtseil finde ich gut, so würde ich es auch versuchen. Schön spannen mit diesen Schraubspannern. Das müsste eigentlich gehen.
Nur die Sache mit der Ecke kapiere ich nicht so recht: Du schreibst, der Molton ginge „in die Seite über“. Er wäre also breiter als die Wand? Dann wird das sicher nicht gehen. Eine saubere Wölbung am Boden dürftest du so nicht hinbekommen. Alles voller Falten.

Nun zur (Dreh-) Platte: Ich glaube nicht, dass man so etwas weg retuschiert bekommt. Das wird man immer sehen. Ich würde es nicht versuchen. Ich würde versuchen, ganz sauber zu arbeiten: saubere Socken, Reifen putzen. Oder: das Rad auf größere Stücke (gleich-) weißen Karton stellen und diesen später weg retuschieren (bzw. dessen Kanten / die Schatten daran). Vielleicht ist ja was vom Molton übrig und du nutzt diese Reste als (wechselbare) Unterlage anstatt Karton. So wäre das Weiß das selbe und man müsste nur noch die Kanten retuschieren. Wahrscheinlich benötigst du dann noch jemanden, der dir hilft, diese Unterlagen zu platzieren, während du das Fahrrad hoch hebst.

Überlappenes Papier für den Hinter- bzw. Untergrund halte ich auch für machbar. Das hatte ich bisher im Kleinen schon gemacht. Das Retuschieren ist dann aber immer noch recht nervig. Das sollte man nicht unterschätzen. Halte ich aber theoretisch für machbar.

Soll in 10min geschossen sein, aber StativAnpassung ist zeitaufwendig – gibts da schnellere Lösungen?

Tja, Blitz halt. Da kann man ja nicht verwackeln. Doch vielleicht bekommst du das Dauerlicht so stark, dass du auch hier noch aus der Hand fotografieren kannst. Bei z. B. einem Baustrahler mit Gage davor und 80 cm neben einem kleineren Objekt positioniert ginge dies ja. Steht diese Lampe zwei Meter weg, wohl eher nicht. Dann müsstest du mit der Kamera-ISO hoch und dann gibt es halt Rauschen. Als Kompromiss ginge vielleicht ein Ein-Bein-Stativ. Damit ist man flexibel und kann noch bei ca. 1/8 Sekunde fotografieren, wenn man es ruhig halten kann.

Unklarheiten bei Deiner Information:
„Kameraobjektiv (der Schärfentiefe bei Details wegen) stärker abblenden“ – die Blende ist doch in der Kamera, oder?
Vorteil Blitzkabel vs SlaveZelle/Mitzünden bei Blitzanlage?

Die Blende sitzt im Objektiv. An heutigen Digicams stellt man sie eben nur an der Kamera selbst ein bzw. steuert sie von da. Ich hatte noch mit älterer Technik angefangen zu lernen (wo man die Blende direkt am Objektiv wählt) und mich daher wohl etwas irreführend ausgedrückt.
Meine Erfahrung: Slave-Zellen zünden in Räumen (sofern nicht riesig groß oder schwarz angestrichen) immer, wenn sie nicht gerade hinter Blitzschirmen oder Gage versteckt sind. Nur draußen im Freien hatte ich bisher Probleme damit (hier braucht es Sichtkontakt und es muss bewölkt bzw. dunkel sein). Blitzkabel nerven mich nur. Irgendwann gibt es immer Wackelkontakte oder man stolpert drüber. Ich hatte mal einen alten Blitz, „Agfatronic“ glaube ich. Der wollte mit den SlaveZellen nicht arbeiten. Alle anderen Blitzgeräte, die ich hatte, zündeten damit immer zuverlässig. Falls die Zellen hinter der Softbox, hinter einem Schirm versteckt sind, kann man mit weißen Pappkarten das Blitzlicht (vom „Master“) etwas zu ihnen umlenken.

Zu deinem Dankeschön-Angebot: Das freut mich natürlich! Nicht selten bleiben meine Antworten hier unkommentiert. Das ist aber ok, denn sieh: Ich blende hier ja Werbung ein bzw. verdiene etwas Geld mit der Seite. Sie ist nicht ganz uneigennützig. Du hast mir schon mit deinen langen Texten bzw. Ausführungen geholfen. Denn sie bereichern meinen Blog. Wenn du dein Projekt erfolgreich umgesetzt haben solltest, würde ich mich über vielleicht zwei Produktfotos (in Web-Auflösung) freuen, dass ich sie hier (mit Nennung) einbinden kann. Oder: Ich könnte mir auch vorstellen, einen Artikel über dein Projekt zu schreiben mit entsprechenden Abbildungen. Wenn du eine Website zu deinem kleinen Restaurierungsbetrieb hast, soll diese dann natürlich auch genannt / verlinkt werden. Aber das sollst du entscheiden. Die Sache interessiert mich ja auch und da ich gerade die Zeit dazu habe, antworte ich auch.

Viele Grüße
Thomas „Tom“

Florian | am 17. April 2018

Hallo Tom,
Ich danke Dir vielmal für die treffende und detaillierte Beratung. Du hast genau erfasst, worauf es mir beim Fotografieren meiner Fahrrad-Oldtimer ankommt. Sobald ich hoffentlich damit Verkaufserlöse erziehlen kann möchte ich Dir gerne den Zeitaufwand honorieren, eine Frage der Wertschätzung, finde ich. Ich habe Deine Ausführung erst gestern bemerkt, darum meine späte Reaktion.
Ich habe Deine Ideen genau studiert und mir Gedanken gemacht. Grosse Neuerung bei mir: Ich darf gelegentlich ein Lager fürs Fotografieren benutzen und habe jetzt etwa gut 5x5m Platz, Höhe 4m, Kameraposition frontal Tele kann sogar 7m weit weg sein, wunderbar!
Ich werde jetzt eilig Ausrüstung besorgen und möchte Dich gerne nochmal um Deinen Kommentar zu meinen konkreten Vorstellungen bitten Tom.
Für den baldigen Anfang erstmal Dauerlicht durch viele Halogen Baustrahler, evtl diffundiert mit Neewer Nylon Seide Weiss, ca 50cm Abstand wegen der Hitze des Strahlers (hoffe das brennt nicht ab). Oder Indirekt. Für den Weissabgleich kommt eine Graukarte ins Bild , immer dann wenn sich die Beleuchtung oder Setting ändern. Später steige ich um auf eine Blitzanlage wie Du vorgeschlagen hast. (Diffusormaterial f Halogenstrahler = https://www.ebay.de/itm/Neewer-6×1-5-Meter-Nylon-Seide-Wei-Nahtlose-Diffusion-Stoff/382073224575?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2055119.m1438.l2649)
4 Baustrahler für den Hintergund, 1-2 Strahler je von links und rechts und Toplicht, zusammen 9 Strahler a 450 Watts, Problem praktische mobile Diffusion für Strahler – Lösung_ indirekte Beleuchtung über weisse Platten, zB Styropor, Seitenlicht der Strahler mit Aluminium-Krause abschirmen.
Hintergrund: Bühnenmolton, weil 2,75m breite Papierrollen zu wenig breit sind, 3,5m breite sind zu teuer. Frage: muss der blickdicht 300g/m2 sein, oder reicht 150g/m2 aus? zB https://www.ebay.de/itm/B1-Buhnenmolton-270-g-qm-weiss-flh-B1-17-x-300-cm-breit-Foto-Party-Buhne/282867733922?hash=item41dc3b15a2:g:nLAAAMXQnYJQ9t1P
Molton 3m breit 8m lang als Hohlkehle – 1,5m hoch und nach vor gezogen unter das Fahrrad. 4m breite Frontalbühne, dann geht der Molton rund in die Seite über, v.a. wegen Lichtreflexion aber auch für Perspektiv-Einstellungen von der Seite (Front/Ende Fahrrad). In der Seite hat dadurch der Molton massig grosse Falten – ich hoffe das geht mit Schärfentiefe in Nebelkonturen über. (ca 1,5m v Kamera zu Fahrrad, zb Frontpartie, bis Molton ca 2,5m Abstand) Problem1: mobiles Studio, Molton muss gelagert werden –> Falten! Meine Lösung: bügeln, dann auf Papprolle aufrollen. Problem 2: Verschmutzung durch Fahrrad. derzeitige Lösung: Podest-Platte für Fahrrad, gelagert auf Drehteller, Höhe total ca 6cm . Aber was machen gegen die Schatten der Platte? Glasplatte evtl mattiert ? (die müsste sehr dick u teuer sein, damit sie nicht verbiegt. Vortei Drehteller: Ich kenn bei Perspektivenwechsel auf den gerade Hintergrund richten, statt in die faltige Seite. bleibt das Problem Verschmutzung des Molton. Lösung Plastikplane auf Studioboden (Lagerraum), Molton nur mit weissen Socken betreten. Reinigung mit Chlor oder Neukauf.
Den Molton öhse ich und spanne ich mit Drahtseil. Hoffe ich kriege genug Spannung hin um Falten in Molton zu vermeiden. Eine Lasche in den Rand nähen und gerade Stange durch wär die Alternative. Aber den riesen Molton nähen ohne Verschmutzungen…ist machbar. Gerade starke Stange mind 4m ist teuer aber machbar. Zusätzlich weisse Leintücher über dem Setting wegen dem Licht im Raum.
Alternative zu Molton: überlappendes 2,72m breites Papier, das am Boden durch eine zweite Bahn verlängert wird. Vorteil: kein Schmutzproblem weil wegwerfbar.
Thema schnelle Perspektivenwechsel auf Stativ: Pro Fahrrad mache ich ca 15 Fotos, 2-3 komplette Seite, 2-3 Front/Heck, mehrere Details. Soll in 10min geschossen sein, aber StativAnpassung ist zeitaufwendig – gibts da schnellere Lösungen?
Unklarheiten bei Deiner Information:
„Kameraobjektiv (der Schärfentiefe bei Details wegen) stärker abblenden“ – die Blende ist doch in der Kamera, oder?
Vorteil Blitzkabel vs SlaveZelle/Mitzünden bei Blitzanlage?

So Tom, damit finito und vorerst mal ein dankbares Merci, mit der Absicht einer Gegenleistung für Deine wertvolle Starthilfe. Zu dem Zweck hier mal meine SpamAdrese ueli-zimmermann@gmx.net , ich melde mich dann von meiner Hauptadresse zurück.
Für heute nochmald lieben Dank und Grüsse,
Florian

Tom | am 1. April 2018

Grüß dich Florian,
da hast du aber einen ordentlichen Beitrag verfasst! Man merkt, wie sehr du dir Gedanken gemacht hast. Das ist ja schon einmal sehr gut für dein Vorhaben. Vielen Dank auch für das Lob!
Nun möchte ich mir auch einmal Gedanken zu deinem Thema machen. Da ich doch ein recht kontaktscheuer Einsiedler bin, lässt es sich mit mir wahrlich schlecht telefonieren oder treffen. Ich habe auch kein Studio, wo ich etwas demonstrieren könnte. Zunächst muss ich erst einmal das Ausklammern, womit ich gar keine Erfahrung gesammelt habe: Greenscreen und Lichtfarbe bei Dauerlampen. Aufnahmen vor einem Greenscreen hatte ich noch nie gemacht, da dies bei mir nie relevant war. Und da ich ja immer meine Blitzgeräte nutze, vertraue ich auf deren „volles“ Farbspektrum.

Lichtfarbe und Dauerlicht

So kann ich dir auch keine Erfahrungen darin weiter geben, ob Dauerlichtlampen die Farben der Materialien naturgetreu abbilden können. Nur Vermutungen kann ich hier anstellen: Du fertigst ja keine Gemälderepros oder dergleichen an (technische Fotografie). Ich denke, gewisse Abweichungen werden hier marginal- und zu vernachlässigen sein. Zudem wird wohl kaum jemand, der sich für deine Räder vor einem Bildschirm interessiert, diesen „kalibriert“ haben. Ich würde bei den Produktaufnahmen einfach eine Graukarte (oder ein anderes Objekt, welches tatsächlich grau [also farblos] ist) mit fotografieren und später in Photoshop mittels Pipette einen Weißabgleich machen. Eine normale Glühbirne wird freilich gewisse „Lichtfarbenlöcher“ aufweisen. Bei denen, die für den Fotobereich konzipiert sind, sollte das doch kaum so stark ins Gewicht fallen. Aber hier habe ich eben keine eigenen Tests gemacht. Leider weiß ich daher auch nicht, ob solche Leuchten flackern. Und wenn: Dann wird das menschliche Auge dies nicht wahrnehmen. Tatsächlich wirst du bei Dauerlicht (du nutzt ja keine Starkstromleuchten aus dem Filmbeleuchterbereich) mit relativ langen Belichtungszeiten fotografieren müssen, also vielleicht mit z. B. 1/30 Sekunde, da du zudem das Kameraobjektiv (der Schärfentiefe bei Details wegen) stärker abblenden musst. Dann nimmt die Kamera dieses Flackern auch nicht mehr wahr, sondern bezieht das Licht sicher als Summe (innerhalb dieser relativ langen 1/30 Sekunde).
Solltest du beim Dauerlicht bleiben, denke an ein Stativ für die Kamera. 1/30 Sekunde mag bei ruhiger Hand noch frei machbar sein. Bei längeren Zeiten wird man verwackeln. Wenn dir eine möglichst farbneutrale Abbildung wichtig ist, müsstest du dich ohnehin mit Monitorprofilierung und Kameraprofilierung befassen. Ich fotografiere nebenher Repros für Maler. Hier fotografiere ich immer genormte Farbkarten mit und erstelle mir daraus später für jede Aufnahme ein spezielles Farbprofil, welches geladen wird. Derlei Dinge sind für das Abbilden von deinen Objekten sicherlich nicht nötig. Über so etwas würde ich mir bei deinem jetzigen Startpunkt erst später Gedanken machen, wenn du es tatsächlich „exakt“ haben möchtest.

Der Grund, warum viele im Studio lieber mit Blitz als mit Dauerlicht arbeiten ist hauptsächlich, dass man beim Blitzen stets die selbe kurze Belichtungszeit an der Kamera nutzen kann. Das Blitzlicht ist wesentlich stärker als Dauerlicht. Dafür kann man es je aber auch nur für einen Sekundenbruchteil nutzen bzw. sehen. Dies ist beim Fotografieren ja aber auch egal. Hopsende Protagonisten werden so stets scharf abgebildet. Bei Stillleben bzw. Produkten kann man auch einfach Dauerlicht verwenden.
Für deine Zwecke bzw. für das Bildergebnis ist es egal, ob du blitzt, oder ob die Leuchte ständig leuchtet. Für das Ergebnis ist wichtig: Lichtfarbe, Lichtfläche, Lichtrichtung. Lichthärte hat etwas mit der Lichtfläche zu tun (große Softbox oder „nackte“ Leuchte), Spiegelungen haben etwas mit der Lichtrichtung zu tun (von oben, der Seite oder gar aus Kamerarichtung). Dies alles wird also bei Dauerlicht genau so stark auftreten wie bei Blitzlicht. Bei Dauerlicht kommt ggf. jedoch noch die Qualität des Umgebungslichtes ins Spiel. Beim Blitzen kann man dieses meist „aussperren“.

Noch etwas zur Lichtfarbe: Die farbneutralste Leuchte bringt nichts, wenn schräg daneben jemand mit einem orangen Bademantel steht. Diese Farbe würde mit ins Motiv „reflektiert“ werden. Achte also bei deinem Raum darauf, dass bei diesem keine größeren farbigen Flächen vorhanden sind (z. B. eine farbige Wand). Denn Softboxen streuen Licht und dieses wird wiederum an (farbigen) Wänden hin zum Motiv reflekiert bzw. „transportiert“ einen Teil der Eigenfarbe der Wände. Daher haben Fotostudios oft graue bzw. farblose Wände oder sind so groß, dass das dort reflektierte Licht bereits zu schwach ist, wenn es am Motiv „ankommt“. Man kann störende Farbflächen natürlich auch einfach mit Tüchern abhängen.
Gegen Streuung helfen sogenannte „Waben-Vorsätze“ vor den Softboxen oder im einfachsten Fall Klappen. Sie richten das Licht, machen es aber per se nicht härter. Dies aber nur am Rande: Das ist „Tuning“, welches du im Low-Budget-Bereich zunächst noch nicht machen musst, vielleicht auch gar nicht brauchst.

Der Raum und das Lichtverhalten darin

Du hattest ja viel über die Räumlichkeit geschrieben, in der du fotografieren möchtest. Die Art des improvisierten Fotostudios ist sehr wichtig! Daher gehe ich gleich jetzt darauf ein und später erst auf die Technik.
Ich hatte einmal Porträts in einem ca. 18 m² großen (kleinen) Zimmer machen wollen. Also stellte ich den Blitzschirm neben die sitzende Person und fing mit dem Fotografieren an. Das Ergebnis: Die Bilder besaßen keinen Charakter, es fehlte an Modellierung. Woran lag’s? Natürlich an den weißen Wänden in unmittelbarer Nähe: Diese reflektierten das vom Blitzschirm gestreute Licht so stark, dass jegliche Schattierungen aufgefüllt wurden. Dadurch sah man zwar keinen Pickel mehr im Gesicht. Es wurde aber so auch schlecht „modelliert“. Es wirkte „flach“, langweilig. Also spannte ich ein schwarzes Bettlaken neben der Person auf. Dieses absorbierte das Licht, wodurch ich plötzlich eine gewisse Lichtführung erreichen konnte. Mit dem Abstand zur Person konnte ich diese Steuern.
Das Gegenteil wäre mir in einem großen Raum mit dunklen Wänden passiert: Es hätte (bei nur einer Lampe) kaum Aufhelllicht gegeben: Die Schattierungen wäre jetzt viel zu dunkel abgebildet. Also hätte ich diesmal ein weißes Bettlaken als Aufheller gespannt.

Was heißt das für dich? Bleiben wir zunächst bei den Gesamtaufnahmen der Fahrräder: Möchtest du diese richtig rustikal abbilden, so richtig mit Charakter? Oder sollen die Objekte lecker dargestellt werden, dass einem nicht gleich jeder Kratzer entgegen springt? Ich vermute, du wirst eher eine solche Darstellung für die Gesamtansichten bevorzugen. So sieht ja auch der zeitgenössische Trend bei Produktfotografien aus: Alles ist weich ausgeleuchtet. Also brauchst du Licht, Licht, Licht: Von allen Seiten Licht und zwar voluminöses. Diese Art der Beleuchtung ist für Menschen wohl eher ungeeignet, für Produkte jedoch, die in sich selbst viele Details aufweisen, sehr gut. Ich kann dir das im Kleinen einmal demonstrieren:
Badewanne als Lichtzelt
Fotografieren im Lichtzelt
Statt eines Lichtzeltes nutze ich für kleinere Objekte einfach die Badewanne: Das Licht kommt von oben und wird an den weißen Wannenwänden und am Boden reflektiert. Das Objekt wird von Licht eingehüllt. Die alte Kamera sieht damit fast aus wie neu (leichte Überstrahlungen gibt es allerdings).
Natürlich kannst du dir kein Lichtzelt um die Fahrräder herum stellen, genau so wenig freilich eine Badewanne. Behalten wir also zunächst einmal die Frage im Kopf: Wie bekommst du den Raum um die Objekte herum genügend mit Licht geflutet, damit sie auf den Bildern genügend „sauber“ aussehen? Dazu gleich mehr.

Zunächst noch mache ich mir Gedanken über deine Detailaufnahmen, die wiederum sicherlich eher „charaktervoll“ abgebildet werden sollen. So kann es ja sein, dass du das genarbte Leder eines alten Fahrradsattels im Detail fotografieren möchtest. Käme hier das Licht von allen Seiten, dann wäre das Leder zu glatt und langweilig abgebildet. Hier benötigt man also etwas mehr gerichtetes Licht von nur einer Seite, damit winzige Schattierungen entstehen können. Wird es zu dominant, dann kann man immer noch einen Aufheller (weiße Styroporplatte oder ein weißes Bettlaken) gegenüber der Lichtquelle positionieren.

Dein Raum ist für das Fotografieren von Produkten in der Größe von Fahrrädern tatsächlich recht klein, wenn es die 3,5 x 3,5 Meter bleiben. Ich denke, das mit der Hohlkehle kannst du nicht machen, wenn du sie noch extra beleuchten willst. Das Fahrrad muss ja bereits von der Hohlkehle min. einen Meter weit weg stehen (damit es keine Schatten wirft / bzw. der Hintergrundbeleuchtung nicht im Weg ist). Bleibt zu dir hinter der Kamera nur noch 2,5 m. Wird das Objekt jedoch diagonal positioniert, bleibt nur noch 1 Meter. Das ist viel zu nah dran: Der Vordergrund (Lenker) wäre viel zu groß / verzerrt abgebildet. Fotografierst du das Rad ganz von vorne (Lenker zu dir), dann wird es noch enger. Ich denke auch, dass du hier für die Gesamtaufnahmen je das Objekt drehen musst. Die Kamera bleibt dabei immer in gleicher Position.
Hinzu kommen die Lampenstative und Softboxen. Das geht alles noch bei aufrecht stehenden oder sitzenden Person. Für dein Vorhaben stelle ich mir das zu beengt vor. Du wirst Gesamtansichten wohl nur mit leichtem Weitwinkel machen können. Da achte darauf, dass die Kamera lotrecht positioniert ist (wenig verzerrt) und schau, ob du ein Korrekturprogramm für die Bilder anwerfen kannst (Photoshop -> Objektivkorrektur). Idealerweise hast du mehrere Meter Abstand vom Objekt und fotografierst mit leichtem Tele. Ich kenne das Problem nur zu gut!

Zudem: Wenn du mittels Greenscreen eine Landschaft einmontieren möchtest, was ist mit dem Fußboden? Der bliebe ja weiß.

Wie am besten günstig Licht machen?

Ich falle jetzt gleich einmal mit der Tür ins Haus und sage dir, wie ich die Sache „low Budget“ angehen würde. Zunächst für die Gesamtaufnahmen: Bei deinem kleinen Raum würde ich mich gegen Lichtformer / Softboxen bzw. Lampen entscheiden. Stattdessen würde ich hier einfach die Technik des indirekten Blitzens anwenden. Ich würde mir für wenig Geld gebraucht einige Metz 45 Stabblitze besorgen. Diese alten Dinger sind noch stärker als der Yongnuo und sehr robust. Nimm die Version „CT-1“. Die sind nicht regelbar (du brauchst eh volle Leistung) und daher besonders günstig (ca. 15 € und weniger gebraucht; die eigentlich dazugehörigen Schienen brauchst du auch nicht), weil die schlecht direkt auf modernen digitalen Kameras zu nutzen sind („Hochvoltspannung“ am Stecker). Das macht aber nichts, denn du stöpselst da einfach je einen optischen Auslöser an das kleine Kabel. Nur auf der Kamera benötigst du noch einen Blitz, der die vielen optischen Auslöser ansteuert (die zünden sofort mit, wenn es blitzt). Hier würde ich so einen wie den beschriebenen Yongnuo nehmen. Dessen Kopf drehst du dann zur Decke oder zu einer Wand. Es ginge aber auch irgend ein anderer Blitz mit drehbaren Kopf. Der muss sonst nichts großartiges können.

Die Blitzgeräte mit den optischen Auslösern positionierst du so im Raum, dass sie die weißen Wände und die weiße Decke anstrahlen (ggf. auf Lichtstativen positioniert). Deren Licht darf aber keinesfalls direkt auf das Motiv fallen (ggf. kleine Klappen montieren). Hast du keine weißen Wände, hänge weiße Bettlaken vor Regale bzw. dunkle / farbige Wände. Dies ist die günstigste Möglichkeit, den gesamten Raum mit starkem Licht zu fluten. Deine Produkte werden mit äußerst weichem Licht vollständig ausgeleuchtet sein. Ein besseres Rundumlicht wirst du mit Softboxen nicht hinbekommen. Und wenn dann doch etwas „Charakter“ fehlt? Dann nimm schwarzen Stoff / großen schwarzen Karton und positioniere ihn etwas um das Rad herum, dass hier Schatten dominanter entstehen oder positioniere die Blitzgeräte etwas anders, dass eine Lichtführung entsteht.
Der Hintergrund: Den strahle direkt mit einem oder zwei Blitzgeräten an. Der Hintergrund besitzt ja (hoffentlich) keine Wölbungen oder Kanten. Hier genügt hartes, direktes Licht aus, um ihn auszuleuchten. Softboxen sind hierfür nicht notwendig. Auch eine grüne Fläche kannst du so (mit zwei Blitzen einmal rechts, einmal links) einigermaßen gleichmäßig ausleuchten.

Alternative zum indirekten Blitzen: Du baust dir einfach schnell selbst eine Softbox, die viel größer ist als die, die du dir ggf. kaufen möchstest:
eine selbst gebaute Softbox
Damit benötigst du allerdings wieder mehr Platz, den du beim indirekten Beleuchten über die Wände sparst.

Nun zum Rad selbst: Ich würde eine große, weiße Platte nehmen (mind. so groß wie eine Tür) und diese etwas erhöht aufbocken (z. B. auf Getränkekisten). Darauf wird das Rad gestellt. Der Hintergrund wird, wie gesagt, direkt angestrahlt. Durch die direkte Beleuchtung ist hier sehr gut eine Überbelichtung realisierbar, wodurch das Weiß komplett „ausfrisst“ bzw. reinweiß erscheinen wird. Dein schmutziger Werkstattboden ist durch die Platte unten auch nicht mehr sichtbar. Zudem könntest du nun unter der Platte das Blitzgerät / die Blitze für den Hintergrund verstecken. Hier achte aber darauf, dass der Lichtkegel der Leuchten für den Hintergrund breit genug wird (Streuscheibe nutzen). Oder einfach je einen von beiden Seiten auf den Hintergrund richten (ebenfalls mit Streuscheiben versehen).
Allerdings könntest du dann mit der Platte als Untergrund das Produkt nicht leicht schräg von oben fotografieren, da man ja ansonsten die Kante der Platte sehen würde. Vielleicht ist eine große Rolle Papier als Holkehle doch sinnvoller. Durch die indirekte Beleuchtung u. a. über die (weiße) Decke könnte diese ebenfalls genügend ausgeleuchtet werden (ohne extra Licht). Das kann ich jetzt schlecht sagen. So etwas hatte ich bisher immer nur in einem (großen) Mietstudio realisiert.

Deine Softbox- / bzw. Licht-Vorschläge

: Die werden schon genügend Licht machen (wenn man lange [vom Stativ] belichten kann). Stabil muss das alles ja zunächst nicht sein. Mich sorgt hier nur etwas deren Größe von je 50×70 cm (die Softboxen). Das wird für deine großen Objekte gerade noch ausreichend sein, wenn du weiße Wände ringsherum hast. Im freien (bei Nacht) wäre deren Licht bereits zu hart. In weißen Räumen sorgt die Streuung für genügend Aufhelllicht bzw. „Weichheit“. Kurzum: Dies würde durchaus gehen, wenn du genügend Platz hast. Einfacher geht es eben mit dem „Bouncen“ indirekt über Wände. Mit den Dauerlicht-Softboxen kannst du jedoch besser das Licht kontrollieren bzw. „live“ sehen, wie es sich auswirkt.
Die verlinkten Schirme: Die haben gegenüber von Softboxen den Nachteil, dass sie noch mehr Licht streuen und daher leicht schwächer in der Lichtausbeute sind. Dafür sind sie natürlich viel besser zu transportieren. Ich nutze gerne solche Schirme (mit Blitz dahinter, was hier aber jetzt egal ist). Sie sind jedoch der geringen Größe wegen eher für Halbkörper-Porträts geeignet und Objekte in dieser Größe. Außer man hat eben genügend weiße Flächen ringsherum, die „mithelfen“ aufzuhellen.

Dein Flächenstrahler: Das Licht, welches du dadurch erhältst, wird die gleiche Qualität haben, wie eine Softbox in der selben Größe. Durch die vielen langen Leuchtstoffröhren ist es eben vermutlich nur stärker (als die anderen Sets), wodurch die Belichtungszeiten schneller sein können bzw. störendes Umgebungslicht besser ausgeblendet werden kann. Zur Lichtfarbe / -Temperatur kann ich hier leider nichts sagen. Vorteil: Der Strahler besitzt bereits schöne Klappen, um Streulicht reduzieren zu können. Interessant wäre jedoch dessen Größe der Leuchtfläche: Je größer diese ist, desto weicher wird das Licht.

Es gäbe für dein gesamtes Vorhaben übrigens noch eine (ganz) andere Möglichkeit für die du nur eine einzige (größere) Leuchte benötigst: Du stellst die Kamera auf ein Stativ und fertigst vom Objekt mehrere Aufnahmen an. Bei jeder Aufnahme änderst du die Position der Leuchte. Später werden diese Teilaufnahmen mittels Photoshop zu einer zusammen gesetzt. Das erspart dir ein großes Studio und mehrere Leuchten (und funktioniert nur bei Stillleben). Da gibt es im Netz Anleitungen. Mir fällt nur der Titel dieser Technik nicht ein. Ich kenne sie auch nur aus der Theorie.

Edit: Ich denke, ich würde es hier wohl doch mit einer Hohlkehle (möglichst weißes Papier) versuchen und den gesamten Raum mit mehreren Blitzen „fluten“. Für viele Stative wird wohl kein Platz sein. Die Lichtformer könnten zudem zu klein sein.

Detailaufnahmen

: Hier ist alles viel einfacher! Da genügt eine 50×50 cm Softbox oder ein Schirm als Hauptlicht und eine weiße Styroporplatte als Aufheller gegenüber. Brauchst du mehr „Charakter“, lasse sie weg. Willst du noch mehr, nimm einen schwarzen Karton gegenüber zum abschatten.
Möchtest du richtig knackige Kontraste? Dann lasse die Softbox weg und nimm die „nackte“ Leuchte (ob Blitz oder Lampe) schräg von der Seite. Wenn du hier einen Blitz nutzen möchtest, dann kann man im einfachsten Fall ein langes Blitzkabel zum entfesseln nehmen. So etwas habe ich mir aber vor langer Zeit schon abgewöhnt (nur Probleme mit Wackelkontakten). Hier empfehle ich weiterhin die Yongnuo-Auslöser. Man kann aber freilich auch an den externen Blitz eine optische Slave-Zelle anstöpseln und diese mit einem auf geringe Leistung gestellten, auf der Kamera befindlichen Blitz ansteuern, dessen Kopf man vom Motiv weggedreht hat.
Eine Lampe oder einen Blitz ohne Vorsatz (Softbox oder Schirm) einzusetzen ist jedoch meist zu viel des Guten. Das Licht ist dann sehr hart (weil die Leuchtfläche sehr klein ist). Stattdessen kann man hier einen Teil der Softbox abdecken und somit ihre Leuchtfläche verringern, wenn deren Licht zu weich ist bzw. Oberflächen zu gering betont.

Fotografieren unter freiem Himmel

Das Problem Wind hast du ja schon angesprochen. Hinzu kommt, dass du hier die Dauerleuchten wohl kaum nutzen kannst / brauchst: Das Tageslicht wäre zu stark. Du kannst natürlich auch im Dunkeln arbeiten. Dann wären deine Lichtformer aber mit großer Wahrscheinlichkeit zu klein: Da keine Aufhellwände in der Nähe sind, wäre ihr Licht für deine größeren Objekte zu hart. Ich würde das draußen nicht angehen.

TTL- bzw. Automatikblitz

Das benötigst du hier nicht. Wenn du ein richtig belichtetes Foto erhalten hast und nichts an dem ISO-Wert, an der Blende, an dem Licht geändert hast, dann wird das nächste Foto genau so belichtet werden, egal welche Position du eingenommen hast. Manche Zoomobjektive ändern den Blendenwert beim Ein- bzw. Auszoomen bzw. beim Brennweitenverstellen. Aber das wäre ein geringer Unterschied, den du später mittels Photoshop angleichen könntest. Produktfotos lassen sich meiner Meinung nach am besten im manuellen Beleuchtungsbetrieb anfertigen.

Spiegelungen

Irgendwann wirst du, du sprichst es ja schon an, auf Spiegelungen stoßen, die nicht gewollt sind. Gegen Spiegelungen hilft ein Rezept: Das Licht muss von oben (oder unten) kommen. So fotografiere ich Personen mit Brillen (Licht von schräg oben). Dies bedarf jedoch ein sehr großes Lampenstativ und einen Neiger. Bei deinen großen Objekten muss die Softbox / der Schirm ja recht groß sein. Durch die hohe Positionierung bzw. den größeren Abstand wird das Licht recht hart (entfernt sich = wird in der Fläche kleiner). Vielleicht funktioniert das in deinem Raum mit den Lichtformern, die du vorgeschlagen hast, wenn genügend weiße Wände herum sind. Ich weiß es leider nicht genau. Das müsste man ausprobieren.
Bei nur wenigen Spiegelungen kann man natürlich entweder die Kameraperspektive leicht ändern oder das Licht umstellen. Nutzt du die von mir vorgeschlagene Technik des indirekten Blitzens, geht ein Umstellen natürlich nicht. Jedoch sind hier Reflexionen durch die immens große Lichtfläche weniger störend als bei Licht, welches aus kleinen Softboxen strahlt, da weniger punktuell. Bei Reflexionen sind Dauerleuchten (möglichst groß bei dir) tatsächlich die bessere Wahl, da man sofort sieht, ob ein leichtes Umpositionieren Wirkung erzielt oder nicht.
Es gibt für Chromoberflächen bzw. für spiegelnde Oberflächen im Fotohandel ein bestimmtes Spray, wodurch man sie etwas matter machen kann. Ob nun jedoch das Licht mittels Blitz oder Dauerlicht erzeugt wurde, hat mit dem Spiegeln selbst bzw. mit der Abbildungsqualität von Oberflächen nichts zu tun. Licht ist hier zunächst Licht bzw. folgt je den selben Gesetzen.

Falten im Hintergrundstoff / Knicke im Hintergrundpapier

Oben meinte ich, dass du den flachen Hintergrund durchaus auch mit direkten Lampen (ohne Softboxen) bestrahlen kannst. Sind hier jedoch Knicke vorhanden, werden diese durch das harte Licht gnadenlos abgebildet. Hier hilft weiches Licht, also über Softboxen / Schirmen. Da ist aber wieder dein Platzproblem. Sicherlich wirst du dann auch noch mittels Photoshop retuschieren müssen (Reperaturwerkzeug oder Abwedelwerkzeug).

Die Kamera

Hierzu schreibe ich erst am Ende etwas. Die Kamera ist recht egal. Das Licht zählt! Nimm einfach eine günstige 10 Megapixel Kamera eines bekannten Herstellers mit Zoomobjektiv (Weitwinkel bis leiches Tele). Die Kamera muss manuell bedienbar sein und sollte (wenn du Blitzen möchtest) den Standard-Blitzschuh besitzen. Gut wäre ein geringes Rauschen bei ISO-Werten über 200. Denn wenn du weit abblenden musst, kann das Blitzlicht bereits zu schwach sein, dass du kameraseitig einen höheren ISO-Wert einstellen musst. Mehr mag mir zum Thema Kamera gar nicht einfallen.

So, jetzt habe ich doch ebenso einen imposanten Text geschrieben wie du! Hätte ich nicht gedacht. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen und dass ich dir etwas weiterhelfen kann.
Bettlaken als Softbox im Fahrradladen
weiches Licht mit einem Bettlaken
Hier noch ein Foto, weil es so schön zu deinem Thema passt. Zur sehr weichen Beleuchtung verwendete ich auch nur ein Bettlaken mit zweien der besagten Metz-Stabblitze dahinter (hier mittels Funk ausgelöst). Hier kommt auch das Platzproblem ins Spiel! Zusätzlich lag ein Yongnuo auf dem Fußboden vor dem Fahrradladenbesitzer und war gegen eine weiße Wand gerichtet (zum Aufhellen). Wie du es selbst auch meinst: Ich interessiere mich eigentlich kaum für höherpreisige Produkte. Viel interessanter finde ich, dass man auch mit einfachen und günstigen Mitteln gut fotografieren kann. Man macht damit sicherlich keine professionelle Figur. Aber wenn man dies als Hobby macht, dann ist man umso glücklicher über die Ergebnisse.

Viele Grüße zurück!

Florian | am 30. März 2018

Hallo Tom,
Danke für deine Webseite blitz-fotografie.de. Sie ist ein Stück geerdete Vernunft im zeitgeistigen Spannungsfeld zwischen luxuriöser Hypertechnologie und schrottiger Wegwerfkultur. Du zeigst, wie in der Fotografie menschiches Denkvermögen mit günstiger Technik passable Resultate erreicht. Deine Herangehensweise finde ich nur selten anderswo, meist nach zeitraubendem Durchwühlen von Schrott-Content und technoider Abgehobenheit. Deine Ratschläge bekam man früher von Fachhändlern, die nicht der Gier verfallen waren. Die letzten Überlebenden dieser Spezies werden aktuell von Geiz-ist-geil und unübersichtlichen ProduktInnovationszyklen vom Erdball getilgt. Was am Ende dieser Entwicklung bleibt, das kann man sich in unterentwickelten Volkswirtschaften ansehen.

Deine informative Aufbereitung mit Praxisnähe und technischer Bescheidenheit macht der Masse der Privatanwender erst die goldene Mitte erkennbar, in der das Preis-Leistungsverhältnis optimal ist, im Gegensatz zum Schrottplatz und zum Luxus Segment. Ich habe mich als völliger Laie inzwischen etwa 40 Stunden lang durch die totale Desinformation des Internets gewühlt und bin jetzt bei Deiner Webseite angekommen. Zeit ist Geld, ein teurer Preis, so teuer wie kein Fachhändler je war. Doch mit meinem Budget für Fotoausrüstung kriege ich beim Fachhändler nicht mal gebrauchte Ware, darum informiere ich mich dort nicht.

Zu meiner Themenstellung:
Ich renoviere betagte Fahrräder und möchte sie möglichst gut fotografisch zeigen. In meiner Hobbywerkstatt kann ich maximal 3,5×3,5m Platz für ein mobiles Studio erübrigen, das nach dem knipsen wieder abgebaut werden muss. Die velozipedischen Objekte sind bis zu 1,80 lang und 1,20m hoch (evtl mit Plexiglas-Standsockel etwas höher). Alle 2 Wochen ist Foto Termin, sollte also möglichst in 30 min auf- und noch schneller abbaubar sein. Das Hintergrundsystem kann ich eventuell stehen lassen.
Meine Voraussetzungen: technisch knapp über null, eine mittelgute Kompaktkamera, eine digiSpiegelreflex würde ich mir auf Dein Anraten evtl ausleihen oder für 1-200 Euro gebraucht ersteigern. Ich habe viel Energie für akribische Arbeit an den Fahrrädern übrig, aber wenig Geduld für Einstellungsarbeit und herumprobieren. Gerne investiere ich anfangs Zeit ins Grundverständnis, am Ende möchte ich aber schnell reproduzierbare Ergebnisse erreichen.
Mein Budget (ohne Kamera): 300 Euro, bei erfolgreichem Verkauf einiger Fahrräder kann ich später noch was investieren (alte Räder sind aber kein lukratives Geschäft, einfache Kundenreparaturen bringen sogar mehr ein)
Mein Ziel: Fotos für die Webseite oder Ebay, mittlere Auflösung, nix für extravagante Sammler und ästhetische I-TupfenReiter. Beginnen möchte ich mit Freistellungen auf weissem Hintergrund –> Mein Traum: Die Fahrräder mit GREENSCREEN ablichten und danach einen assoziativen Hintergrund einfügen, der zum jeweiligen Fahrrad passt. Also Toskana Landstrasse für Rennräder, Altstadt Cafes für Oma-Fiets e.c.t. Der späte eingefügte Hintergrund soll dann auch nur vage erkennbar sein, also überbelichtet, impressionistisch oder was sonst dazu dient, dass zwar die Hintergrund-Assoziation erkennbar ist, aber nicht Teil des Foto-Objekts.
Die Schwierigkeit: (Alte) Fahrräder haben eine sehr unterschiedliche u weitreichende, filigrane Oberfläche, reflektierende feine Speichen, glänzenden Lack und stumpfe Lack- und Roststellen. Ein seitliches Gesamtbild von vorne ist schnell gemacht, denke ich, aber für technische und ästhetische Detailaufnahmen muss ich die Perspektive wechseln können. Dazu möchte ich möglichst nichts/wenig umstellen müssen und trotzdem mit dem HintergrundSystem klar kommen.

Bisher hatte ich an folgendes Setup gedacht: Dauerlicht Set weil einfacher für Anfänger (?)
bestehend aus: Weisse u Grüne Hintergrundwand mit runder Bodenkante (für Hohlkehle kein Platz), 2 Softboxen für den grünen Hintergrund (schätze 3m breit, 2m hoch), 3 Softboxen Schlüssellicht-Füllicht-Spitze für das Objekt, alles aus dem low-Budget Bereich (leider auch ich momentan… später gerne gebrauchte Qualitätsware) – also in den Softboxen je 5 von diesen 38W Leuchtstoffspiralen mit ca 5500 Kelvin, ergibt 5x5x38=950W Energiesparlampe, entspricht mW ca 5000W Glühbirne. Ist es denkbar, dass solche Lampen alle Wellenlängen ausreichend produzieren (CRI-Wert fehlt meist), welche die verschiedenen Oberflächen von betagten Fahrrädern abdeckt? An folgende Art Produktqualität habe ich gedacht (was hältst Du davon?): https://www.ebay.de/itm/Studioleuchte-2850W-3-x-Softbox-Studioset-Fotolampe-Fotoleuchte-Fotostudio-SET/202055210529?hash=item2f0b6dd621:g:ry4AAOSwTQtaTfGk
für den Hintergrund https://www.ebay.de/itm/322653907900?clk_rvr_id=1483562328901&rmvSB=true –> 135W 5.500K E27 Foto-Energiesparlampe –> bei Osram/Phillips hört es doch bei rund 35W auf, Videssence Lampen gehen nicht über 60W… Ist ein CRI-Wert 90-100 mit billigen Spiral-LeuchtstoffLampen erreichbar? und flackern die? eines der wenigen günstigen Produkte, welches Qualität verspricht: ALZO 85W CFL Photo Light Bulb 5500K, 4250 Lumens, 120V(=nicht gut in EU) Daylight CRI91
Eines der wenigen low-budget-Angebote, das dazu Auskunft gibt: “ Phot-R 850W“ (Produktname u Hersteller wohl vom Händler selbst erfunden) Phot-R 850W https://www.amazon.de/Phot-R-Dual-Studio-Beleuchtung-Reflektorsch%C3%BCssel-Professionelle-Videoaufnahme/dp/B01DM7QW0Y/ref=sr_1_sc_3?ie=UTF8&qid=1522413054&sr=8-3-spell&keywords=ALZO+85W+CFL

Soeben habe ich als Schlüssellicht folgenden Flächentrahler ersteigert: DMX COTELUX 655, angebl gut für Greenscreening, ich habe noch keine technischen Infos, muss erst abholen – zu sehen unter https://www.ricardo.ch/kaufen/foto-und-optik/studioausstattung/kunstlicht/dmx-flaechenleuchte-cotelux-655/v/an970627990
Dieses Material muss man halt vorsichtig benutzen, weil minderqualitativ, aber das sollte im stationnären Impro-Studio ohne Schaden möglich sein. Wichtig ist am Schluss: Ist damit brauchbares Licht machbar?

Und dann stiess ich auf Deine Netzseite und das Strobisten Blitzset https://www.blitz-fotografie.de/zubehoer-ausruestung/anfaenger-blitzset
Seither zweifle ich, ob das geplante Dauerbeleuchtungs-Set nicht im Nachteil gegenüber dem Blitz sein wird, vor allem bei den Detailaufnahmen mit schnellen Perspektiven- und AbstandsWechseln. Beim Blitz wiederum sorge ich mich wegen möglicher Reflexionen auf Chrom und polierten Flächen (trotz Softschirme). Oder kann man beides mischen? eventuell Zweiter/Dritter Blitz mit Funksteuerung Yongnuo RF-602/N? Dein überdurchschnittlich starker manueller Vernunfts-Blitz Yongnuo YN560 III (oder Mark IV) überzeugt mich. Aber würde sich in meinem Fall besser ein automatischer Blitz/TTL für meine schnelle Fliessbandfotografie sehr unterschiedlicher Oberflächenkombinationen empfehlen?

Ist meine Raumgrösse 3,5×3,5m u 2,2m Höhe für das Setting und die Objektgrösse ausreichend, oder wieviel wäre mindestens nötig? Für den schnellen Perspektivenwechsel muss ich der Hintergrunf möglicherweise auch in die Seite vorziehen – das geht nicht ohne Falten. Sind diese Falten mit laienhafter Einstellung von Licht u Kamera , oder mit wenigen Klicks im Fotoshop beherrschbar? Oder wäre doch die Umstellung des Objekts ratsamer? Dazu müsste ich das parallel zum Hintergrund stehende 1,8m lange Fahrrad für Frontal- u Heckaufnahmen um 90 Grad umstellen, bei 3,5m Raumtiefe des gesamten Studios evtl zu wenig Platz. Wieviel Meter Abstand brauche ich zu einem 1,8×1,2m Fahrrad? Thema Verzerrung durch Weitwinkelobjektive, vernünftige Brennweiten, die Felgen sollen rund statt oval aussehen… Brauche ich ein grösseres Studio? Die Fahrräder von der Werkstatt zum Shooting transportieren lohnt sich kaum. Vorstellbar: alles unter freiem Himmel vor der Werkstatt aufbauen (u abbauen) – Das Auf und Ab wird die low-budget Ausrüstung wohl nicht lange heil überstehen, Windstille vorausgesetzt.
Ist die Greenscreening Hintergrundtechnik mit Photoshop-Bearbeitung für Anfänger mit moderaten Qualitätsansprüchen in kurzer Zeit erreichbar (ich könnte PF-Nachhilfe beim Graphiker nehmen)? Wie berechne ich den Platzbedarf? bein einem Objekt von b1,80mxh1,20m wird der grüne Hintergrunf mindestens b3mxh2m sein – die Hintergrundbeleuchtung muss ausserhalb des kamerabereichs bleiben, braucht Platz, hmmm… Ich sehe schon jezt: Perspektivenwechsel zwingt zu Objektumstellung, sonst sieht man die Hintergrundbeleuchtung.
Laienhafte Youtuber verprechen da einfache Lösungen, aber fortgeschrittene Hobbyisten sagten mir, das sei mit einfachen Mitteln nicht zu schaffen. Ein Profifotograf sagte, er hätte davon keine Ahnung.

Ich habs mit meinen Aufnahmen relativ eilig, weil ich im Winter arbeitslos war (ohne Geld vom Staat) und die Fahrräder restauriert habe, um mir selbst Einkommen zu schaffen. Jetzt geht mein Budget zuende und mit April und Mai stehen die wenigen Monate vor der Tür, in denen restaurierte Fahrräder verkaufbar sind, später weniger. Bevor Du Dir mit einer Antwort die Finger wund klopfst (wie ich jetzt) bei so einer komplexen Fragestellung, könnte ich mir auch eine Abklärung über Telefon vorstellen, oder sogar ein Workshop bei Dir. UND weil ich das als lohnende Investition in ein teilzeitberufliches Geschäft sehe, bin ich auch gerne bereit, Dir eine angemessene Entlohnung (Euro/ Stunde) zu bieten. Ich kann mir dadurch hoffentlich weitere Tage ahnungsloser Internet Recherche und Verlust durch unbrauchbare Ausrüstung sparen, also sollte es sich für uns beide lohnen.

Ich danke Dir für die Zeit die Du jetzt zum Lesen gebraucht hast und würde mich sehr freuen von Dir zu hören.

schöne Grüsse und bis bald,
Florian

Tom | am 15. November 2016

Hallo, ja das wäre tatsächlich besser, wenn die Leuchte im Zentrum sitzt. Aber so einen Winkel für diesen Zweck habe ich bisher nirgendwo gesehen. Man müsste sich dann selbst so etwas basteln.

Grautvornix | am 15. November 2016

Ganz toller Blog, habe schon viel gelernt, vielen Dank!

Werde jetzt mit einem solchen Set die ersten Experimente machen. Nur eine Frage, wäre es nicht besser, wenn der Blitz (wie bei Deinem selbstgebauten Set up für den metz) nicht näher am Mittelpunkt des Schirems wäre? gibt es da nicht vielleicht noch einen 90Grad Winkel?

Liebe Grüße!


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Der Autor dieser Seiten ist Thomas.
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