ein Blog rund um Blitzgeräte und Kunstlicht mit vielen Tipps und Anleitungen

Immer genug Strom mit den Eneloop-Akkus

In einem Kommentar fragte jemand nach dem Stromverbrauch eines Blitzgerätes. Auf die Stromversorgung bin ich noch nie so recht eingegangen: Ich nutze primär Akkus statt Batterien. Hauptsächlich sind es die überall positiv bewerteten Eneloop-Akkus und auch ich kann die gute Leistung / Qualität nur bestätigen.

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Akkus von Eneloop

Eneloops der neueren Generation in der Ausführung AA / Mignon

Blitzgeräte sind äußerst leistungshungrige Geräte: Hier tröpfeln nicht wenige Milliampere über einen langen Zeitraum (Ampere = Maßeinheit für Stromstärke) durch die Elektronik wie etwa bei einer Wanduhr. Nein, solche Verbraucher „ziehen“ richtig Strom, um in einer möglichst kurzen Zeit (Refresh-Zeit) nach Abgabe von Licht in voller Leistung schnell wieder für den nächsten Blitz einsatzbereit zu sein. Man kann dies leicht merken, wenn die Akkus bei intensiven Einsatz durchaus warm werden. An dieser Stelle wird also ein recht hoher Anspruch an die Stromversorgung / an die Akkus gestellt.

Ich hatte einen kleinen Test gemacht: Mein 560er Yongnuo-Blitz braucht mit den günstigen Notakkus aus dem Aldi (die ich immer als Reserve in meinem Blitzkoffer habe) ganze 5 Sekunden zum Nachladen, wenn ein Blitz bei voller Leitung abgegeben wurde. Mit den Eneloops passiert dies in nicht einmal 1,5 Sekunden! Sofort ist der Blitz wieder einsatzbereit (bei geringerer Lichtleistung geht’s natürlich noch wesentlich schneller). Die abgegebene Lichtleistung ist hierbei freilich die gleiche. Doch der Zeitunterschied ist schon beachtenswert. Ich hatte mich seinerzeit im Netz schlau gemacht und immer wird eine Marke empfohlen: Eneloop von Sanyo.

Eneloop Akkus im Blitz

Eneloops im Yongnuo

Mittlerweile habe ich die Akkus hauptsächlich im Yongnuo als auch in meinem Metz-Stabblitz seit über einem Jahr ziemlich häufig im Einsatz und wurde noch nie enttäuscht.
Ich habe jeden einzelnen meiner Akkus nummeriert (siehe obiges Bild). So bringe ich sie nicht durcheinander. Denn ich denke, für beste Effizienz sollte man immer die selben Paare zusammen in einem Gerät betreiben. Die Eneloops im Metz bleiben im Metz und die im Yongnuo bleiben ebenfalls unter sich. So erhoffe ich mir einen schonenden Umgang und beste Ausnutzung der Kapazität.

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Eneloops aufladen

Zum Laden meiner Eneloops nutze ich ein recht günstiges Ladegerät aus dem Aldi. Doch so puristisch es vielleicht aussehen mag – Es weist zwei wichtige Punkte auf, die ein vernünftiges Akku-Ladegerät mitbringen sollte:

  1. Einzelschachtladung
    Jeder Akku wird separat überwacht und geladen. Es kann so auch nur ein einziger Akku eingelegt bzw. geladen werden. Vor diesem Ladegerät besaß ich nur ein sehr einfaches, in welchem die Akkus immer jeweils zu zweit als Paare eingelegt werden mussten. Dies war insofern auch nicht sinnvoll, dass es (sicherlich?) zu fehlerhaftem Laden kommen kann, wenn die beiden Akkus unterschiedlich voll sind.
  2. Intelligente Ladeüberwachung
    Das Ladegerät besitzt eine Elektronik zur Überwachung und Analyse der Akkus. Zwar wäre eine LCD-Anzeige schöner. Doch die einfachen LEDs tun ihren Dienst ebenfalls gut.

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    Oftmals müssen die Eneloops zunächst „regeneriert“ werden, wenn ich sie aufladen möchte.

Eneloop Akkus im Ladegerät
Allerdings habe ich keine Ahnung, was es mit Regenerieren bzw. Vorladen auf sich hat. Wissen Sie’s? Hinweis: Mittlerweile steht eine Erklärung hierzu im Kommentarbereich dieses Artikels.

Zumindest fahre ich mit meiner Wahl der Eneloops und meiner bisherigen Akkupflege / meinem Umgang damit sehr gut. Zu erwähnen sei noch, dass dieser Akku-Typ eine verhältnismäßig verschwindend geringe Selbstentladung besitzt und somit sogar bereits fast voll aufgeladen verkauft wird.

Akkus als Reserve

In meinem „Strobist-Set“ bzw. meinem „Blitzkoffer“ habe ich stets die doppelte Menge an Akkus (Fach vorne) parat. Hier schätze ich auch die Akku-Schachteln aus Plastik, in denen die Eneloops ausgeliefert werden.

Moderne Akkus wie die Eneloops kann / sollte man sogar eher häufiger zwischenladen, also auf eine vollständige Entladung verzichten. Vor jedem Einsatz mit meinen Blitzgeräten hänge ich die Akkus nochmal in das Ladegerät, damit mir unterwegs nicht der Strom ausgeht. Mir ist aufgefallen, dass die Akkus aus meinem Yongnuo-Strobist-Blitz YN-560 häufiger regeneriert werden müssen als jene aus meinem Metz Stabblitz. Die Akkus befinden sich also zunächst immer in einer Vorladen- / Regenerationsphase.

Jedenfalls habe ich mit den Eneloop-Akkus jedenfalls bisher immer genug Saft gehabt, ohne dass etwas schwächelte und schwöre auf die schnellen Nachladezeiten meiner Blitzgeräte. 🙂

Akkus werden beim Laden recht heiß

„Fülle“ ich in meinem Ladegerät die Akkus wieder auf, werden sie beim Laden ziemlich heiß. Dieses Phänomen betrifft sowohl die Eneloop-Akkus als auch andere (2400 mAh). Ich beobachte dies bereits seit über einem Jahr und bisher konnte ich keine technischen Nebenwirkungen feststellen. Vielleicht ist der Ladestrom (?) meines Ladegerätes recht hoch. Ich weiß nicht, woran es liegt oder ob dies vielleicht ganz normal ist.

Ein Missgeschick: Tiefentladung

Eine kleine Ergänzung zum Artikel: Mir ist kürzlich etwas passiert, was man keinen Akkus gönnen sollte: Ich hatte vergessen meinen Metz-Stabblitz auszuschalten und legte ihn eingeschaltet wieder zurück in meinen Lichtkoffer.

Ältere Blitzgeräte wie der Metz besitzen oft noch keine Abschaltautomatik (bzw. einen Stand-By-Modus). Doch was geschah dann?

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Über Stunden saugte der im Gerät eingebaute Kondensator* die Akkus leer. Denn jener Kondensator möchte immer unter „Hochspannung“ stehen. Allerdings verfliegt die Ladung bei diesem Bauteil nach einer gewissen Zeit wieder, so dass die Akkus / Batterien ständig Strom liefern müssen. Bei mir ging das dann wohl über Stunden hinweg bis die Kapazität der Eneloop-Akkus völlig erschöpft war. Ein solcher Zustand, eine solche Tiefentladung ist eher „ungesund“ für Akkus.
Einige Tage später bemerkte ich erst das Malheur und setzte die Eneloops in mein Ladegerät ein, welches sofort auf „Regenerieren“ (oder war’s „Vorladen“?) sprang. Einige Zeit später startete der Ladevorgang wieder. Ich hatte Glück: Offenbar sind diese Sanyo-Akkus robust aufgebaut bzw. besitzen eher eine Art Tiefentlade-Schutz. Jedenfalls funktionieren die Akkus weiterhin mit gefühlt voller Kapazität.

*Kondensator: Dieses Bauteil ist sozusagen das „Herzstück“ eines jeden Blitzgerätes. Hier wird Strom angestaut. Aus den wenigen Volt Spannung der Akkus werden mehrere Hundert Volt, welche nötig sind, um das Gas in der Blitzröhre (für einen winzigen Moment) taghell zum Leuchten zu bringen. Ein Bild dieses Blitz-Kondensators können Sie auf diesem Foto sehen (das große, tonnenförmige Bauteil).

Kennen Sie / Kennst Du ähnlich hochwertige Akkus, die für den anspruchsvollen Dauereinsatz geeignet sind?

Artikeldatum: 22.09.2014 / letzte Änderung: 8.04.2019

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Tom | am 15. März 2019

Hallo David, besten Dank für deine weiteren Tipps und Hinweise! Das mit den schwarzen Eneloop-Akkus war mir so gar nicht bewusst. Von der Kapazität bin ich auch mit den silbernen Zufrieden (ein ganzes Set Ersatzakkus habe ich ja eh immer dabei). Aber dass sich damit die Nachladezeit verringert ist natürlich ein Argument.

David | am 15. März 2019

Hi, tatsächlich verwende ich für Kameras und Blitzgeräte nicht die weißen eneloop, sondern die schwarzen eneloop pro. Die Unterschiede liegen in 25% mehr Kapazität pro _Ladung_. Sie sind allerdings nur für 500 Ladevorgänge spezifiziert statt wie die eneloop für 2000 (neuere sogar 2500). Das heißt, die Gesamtzahl der Blitzvorgänge pro Gesamtlebensdauer ist deutlich geringer. Auch die Selbstentladung ist höher. Warum soll man sich das dann überhaupt antun? Weil der Maximalstrom auch höher ist, womit die Nachladedauern beim Blitzen deutlich sinken.

Paul | am 21. April 2018

Hallo, anbei ein Diskussionbeitrag unserer Fotogrupp. Wie sind andere Erfahrungen? ->
Bin … von YN weg. Nachdem ich die mehrmals reparieren musste bin ich komplett auf Nikon. Die enelop Akku haben einen sehr geringen innenwiderstand das führt zu hohen Ladeströmen was der YN nicht auf die Dauer verträgt. Mit normalen Batterien gehen die YN auch auf Dauer. Kann ja mal bei einem Stammtisch das technisch erklären

Tom | am 17. April 2018

Hallo Paul, die Eneloop-Akkus sind keine Lithium-Ionen Stromspeicher: Es sind die klassischen Nickel-Metallhydrid-Akkus, also eben die NiMhs, die in der Anleitung empfohlen werden. Das hätte mich jetzt auch gewundert. Ich arbeite seit Jahren mit solchen Akkumulatoren in Yongnuo-Blitzgeräten, ohne Probleme.

Paul | am 17. April 2018

YN685 nicht mit Li-Ionen-Akkus betreiben????
Gerade habe ich meinen neuen YN685 ausgepackt und lese ’nicht mit Lithium-Ionen Akkus, nur Batterien oder NiMh‘! Muß man das ernst nehmen? Dann schicke ich ihn wohl zurück – die eneloop Akkus sind einfach die Besten.
Danke für Erfahrungen damit!

Günter | am 13. Mai 2015

@ Mia: Versuche mal den defekten Akku zu „verbrauchen“ also in z. B. eine Taschenlampe zu stecken und etwas zu leeren. Dann wieder ins Ladegerät. Oftmals hilft dies schon.

Mia | am 11. Mai 2015

Hallo, eine Ergänzung zur Tiefentladung: Das ist mir auch passiert mit einem Revuetron C35. Ich habe aber Aldi-Akkus benutzt (die neuen vorgeladenen). Einer hat es wohl nicht überlebt. Das Ladegerät zeigt ständig „Ladefehler“ an 🙁

Hans-Dieter | am 22. April 2015

Hallo Tom,
hin und her gerissen zwischen Dauerlicht und Studioblitz bin auf Ihrer Seite gelandet. Viel Arbeit, ich bin beeindruckt.
Nun zu meiner Frage: Welche Stärke brauchen die Batterien der Blitze 460ii und 560ii? Auch auf der Seite ‚IMMER GENUG STROM‘ schreiben Sie nichts davon. Sind es nun 1,2V oder 1,5V (wie foto.abc.de behauptet)oder 3.6V?
Warum ich so blöd frage? Ihr Google-Werbefenster blendet mir immer die eneloops bei Reichelt mit 3,6V ein !!!! Ist das nicht ein gewaltiger Unterschied?
Beste Grüsse vom Bodensee
Hans-Dieter

Sarah | am 12. Dezember 2014

Hi. Kleiner Hinweis: bei Aldi Nord gibt es gerade Ladegeräte mit LCD Display (Ladezustand wird in Prozent angezeigt)
Ich glaube, so um die 16 €.

Jörn | am 6. Dezember 2014

hi. Ich nutze statt Eneloop die von dir oben verlinkten Amazon Basic Akkus. Die sind etwas günstiger und funktionieren m. E. nach genau so gut. Man munkelt ja sogar im Netz, dass es sich um umgelabelte Sanyo Eneloops handelt.

Tom | am 29. November 2014

Torfi, besten Dank für die Erläuterungen!

Torfmauke | am 29. November 2014

Ooops, Vorladen vergessen: Je nach Akkutyp wir mit einem dafür festgelegten Strom vorgeladen, bevor der volle Ladestrom zugeschaltet wird. Wie genau, habe ich nicht im Kopf, da müßte ich mal nach der zugehörigen Dokumentation suchen.

Torfmauke | am 29. November 2014

Bei meinem Ladegerät ist es so: Zuerst werden die Akkus gemessen (in jedem Schacht separat). Sind sie voll (Anzeige grün), passiert nichts. Sind sie ganz leer (Anzeige rot), werden sie gleich geladen. Sind sie irgendwo dazwischen (Anzeige Gelb), werden sie erst entladen (Anzeige blinkt grün/rot) und dann geladen (Anzeige rot). Sind sie defekt, blinkt es rot.

Tom | am 29. November 2014

Hallo und danke für die Antwort(en)! Aber was kann man sich genau unter „Vorladen“ / „Regenerieren“ vorstellen? Was passiert da mit den Akkus bei diesem Prozess?

Torfmauke | am 29. November 2014

Regenerieren/Vorladen wirkt dem Memory-Effekt (Kapazitätsverlust, der bei sehr häufiger Teilentladung eines Nickel-Cadmium-Akkus mit gesinterten Elektroden und anderen Akkutypen auftritt) entgegen und erhöht somit auch die Lebensdauer.


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